Zentrale Rolle von Torf und Substraten im Gartenbau
Der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e.V. (ZVG), Jürgen Mertz, betonte auf dem 50. Deutschen Torf- und Humustag in Bad Zwischenahn die zentrale Bedeutung von Torf, Humus und Substraten für den Gartenbau. Er sprach sich dabei für eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit dem Industrieverband Garten e.V. (IVG) aus.
Mertz äußerte sich kritisch zu den Initiativen auf Bundes- und Landesebene, die eine Reduzierung der Torfverwendung im Erwerbsgartenbau sowie im Garten- und Landschaftsbau anstreben. Er wies darauf hin, dass in der Politik oft eine falsche Vorstellung über die einfache Ersetzbarkeit von Torf vorherrsche.
Der ZVG habe die Politik wiederholt und deutlich über die Faktenlage informiert. Demnach werde kein Torf aus naturschutzfachlich wertvollen Flächen gewonnen. Es gelte bereits der Grundsatz, intakte Moore zu schützen. Zwar seien Lösungen mit alternativen Stoffen zu Torf in Teilen aus pflanzenbaulicher Sicht umsetzbar, doch reichten die verfügbaren Mengen derzeit nicht aus, um den Gesamtbedarf zu decken.
Eine Grundbedingung für den Einsatz von Substraten sei deren Eignung für eine sichere und wirtschaftliche Pflanzenproduktion.
Der Erwerbsgartenbau kann derzeit nicht auf den Torfeinsatz verzichten.
Der ZVG begrüßt das Vorhaben der Substratindustrie, ein Zertifizierungssystem namens Responsible Produced Peat einzuführen. Dieses System soll klare Kriterien für die nachhaltige Nutzung von Torf definieren und dem Moorschutz Rechnung tragen. Eine verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung und die anschließende Wiedervernässung der Flächen nach Beendigung des Torfabbaus werden als wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit angesehen.
