Erste Beobachtungen und Tendenzen nach vier Jahren Projektlaufzeit
Nach vier Jahren Projektlaufzeit zeichnen sich erste Tendenzen ab. Die Ungarische Eiche und die Hainbuche entwickeln sich insbesondere im warmen Franken gut. In Kempten, einer Region mit höheren Niederschlägen, zeigte sich die Ulmensorte 'Lobel' als wuchsstark. Im kühleren Hof in Nordbayern etablierte sich die Magnolie erfolgreich. Überraschend gut entwickelte sich dort auch der wärmeliebende Schnurbaum.
Philipp Schönfeld von der LWG berichtete zudem über gut mit Nährstoffen versorgte Böden an den Versuchsstandorten. Dies deutet darauf hin, dass eine zusätzliche Düngung der Stadtbäume künftig nur noch gelegentlich notwendig sein könnte. Auch auf die Beigabe von Mykorrhiza bei der Pflanzung könnte an allen Standorten verzichtet werden, wie Untersuchungen des Wurzelwerks der Versuchsbäume durch Josef Herrmann vom Fachzentrum Analytik der LWG nahelegen.
Das Netzwerk „Klimabäume“ und seine Partner
Das Netzwerk „Klimabäume“ umfasst die Partnerstädte und Versuchsstandorte Würzburg, Kempten, Hof und Münchberg, wo seit 2010 Klimabäume gepflanzt werden. Ergänzend dazu beteiligen sich 25 Gemeinden aus ganz Bayern. Diese haben einzelne oder mehrere der 20 Versuchsbaumarten in ihren Gemeindegebieten angesiedelt.
Mithilfe eines interaktiven Boniturbogens der LWG teilen die Gemeinden ihre Erfahrungen zu den einzelnen Baumarten. Diese gesammelten Erkenntnisse fließen in die Auswertungen und Beurteilungen des Projekts „Stadtgrün 2021“ ein. Klaus Körber von der LWG stellte weitere Baumarten vor, die potenziell geeignet sind, dem Klimawandel in städtischen Gebieten standzuhalten.