BMEL-Initiative zur CO₂-Einsparung im Gartenbau
Der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Feiler eröffnete eine Fachtagung zur Torfminderung, an der über 140 Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden teilnahmen. Die Veranstaltung, organisiert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), fokussierte auf die Reduzierung des Torfverbrauchs im Gartenbau als Maßnahme zur CO₂-Einsparung.
Damit wir in Deutschland die notwendigen CO₂-Einsparungen erreichen können, bedarf es nationaler Anstrengungen: Unsere Torfminderungsstrategie ist dabei eine der Maßnahmen der Bundesregierung. Es ist wichtig, dass wir Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lösungsansätze für den Gartenbau entwickeln.
Im Rahmen der Tagung wurden Förderbescheide über insgesamt rund 71.500 Euro an ausgewählte Demonstrationsbetriebe übergeben. Diese Förderung ist Teil eines Modell- und Demonstrationsvorhabens des BMEL, das den großflächigen Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau ermöglichen und regionale Lösungskonzepte aufzeigen soll.
Modellvorhaben und Förderempfänger
Fünf Zierpflanzenbau-Betriebe in verschiedenen Modellregionen Deutschlands werden über einen Zeitraum von vier Jahren von regionalen Experten bei der Reduzierung des Torfanteils in Pflanztöpfen begleitet. Die Förderbescheide wurden an folgende Betriebe übergeben:
- Modellregion Nord: Gärtnerei Ablaß – 12.693 Euro
- Modellregion West: Gartenbau Stefan Gerritzen – 13.250 Euro
- Modellregion Ost: Rosengut Langerwisch GmbH & Co. KG – 15.047 Euro
- Modellregion Süd-West: Sauter grün erleben GmbH & Co. KG – 15.576 Euro
- Modellregion Süd: Gärtnerei Eichelmann – 15.161 Euro
Auf der Tagung wurden verschiedene Substratausgangsstoffe vorgestellt, darunter etablierte organische und mineralische Materialien wie Kompost, Rindenhumus und Holzfasern sowie neue potenzielle Komponenten. Referenten aus dem In- und Ausland berichteten über positive Erfahrungen mit torfreduzierten oder torffreien Substraten und stellten Lösungsansätze vor. Diskutiert wurden zudem die Verfügbarkeit sowie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften der Ausgangsstoffe.
Hintergrund der Torfminderung
Die Reduzierung des Torfverbrauchs in Deutschland ist im Klimaschutzplan 2050 und im Koalitionsvertrag verankert. Das "Maßnahmenprogramm zum Klimaschutz 2030" des Bundeskabinetts enthält konkrete Ziele und Ansätze zum Schutz der Moore und zur Minderung des Torfeinsatzes. Torf ist ein fossiler Rohstoff, der über Jahrhunderte und Jahrtausende Kohlenstoff bindet. Bei seinem Abbau wird CO₂ freigesetzt.
Das BMEL erarbeitet eine Strategie zur Minderung des Torfverbrauchs in Kultursubstraten, in die alle Akteursgruppen der Wertschöpfungskette Gartenbau eingebunden werden. Die wissenschaftlichen Grundlagen und Entscheidungshilfen für diese Strategie werden von den Ressortforschungsinstituten Thünen-Institut (TI) und Julius-Kühn-Institut (JKI) erarbeitet.
