Die Grüne Stadt

Pop-up-Park in Heilbronn: Bürgerbefragung zum Stadtgrün

Ein Pop-up-Park in Heilbronn bot Anlass für eine Bürgerbefragung zum Stadtgrün. Die Umfrage erfasste Meinungen zur Lebensqualität, Gesundheit und zum Klimawandel. Teilnehmer erhielten Obstbaumsetzlinge als Dankeschön.

Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Stadtgrün

Knapp 250 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Umfrage teil, wovon 72 Prozent in Heilbronn wohnhaft sind. Fast die Hälfte der Teilnehmer empfindet den derzeitigen Grünflächenanteil der Stadt als zufriedenstellend und sieht eine Zunahme des Grüns in Heilbronn in den letzten zehn Jahren. Bei 73 Prozent der Befragten befindet sich eine öffentliche Grünfläche in der näheren Wohnumgebung. 20 Prozent besuchen öffentliche Grünflächen täglich, 49 Prozent wöchentlich und 24 Prozent monatlich.

Die Heilbronner nutzen die grünen Oasen ihrer Stadt. Am häufigsten werden der Wertwiesenpark, der Pfühlpark, der Botanische Obstgarten und der Ziegeleipark besucht. Auch das Neckarufer und der Alte Friedhof sind beliebte Ziele. Als Gründe für die Nutzung öffentlicher Grünflächen wurden Erholung, Entspannung, das Abschalten vom Alltag, die Wohltat für die Augen und die gute Luft genannt. Zu viel Arbeit, Alltagsstress oder schlechte Witterung wurden als Gründe angegeben, die vom Parkbesuch abhalten.

Unrat, starke Verschmutzungen, beispielsweise durch freilaufende Hunde, und zu viele Besucher, wie Grillgestank an Sommertagen, wirken sich nach Ansicht der Befragten kontraproduktiv auf die Erholung im Grünen aus. Diese Argumente flossen auch in die Bewertung des Grünflächenzustandes ein: 63 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sehen diesen in Heilbronn als zufriedenstellend und verbesserungswürdig an.

Wünsche und Anforderungen an städtische Grünflächen

Die Bürger äußerten vielfältige Ideen und Vorschläge für die Gestaltung von Grünflächen. Dazu gehörten viele Sitzmöglichkeiten, sowohl in der Sonne als auch im Schatten großer Bäume. Überdachte Flächen für Regentage wurden ebenfalls gewünscht, um das Argument „Schlechtwetter“ zu entkräften. Ein generationenübergreifendes Konzept, das Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren gleichermaßen einbindet und ein weitläufiges Gelände in Bereiche unterteilt, wurde häufig vorgeschlagen. Dies soll gewährleisten, dass sich niemand gestört fühlt und jeder seinen Aufenthalt selbst gestalten kann.

Spezielle Abschnitte für spielende Kinder, Grillfreunde oder Hunde wurden ebenfalls als denkbar erachtet. Die Bürger legen Wert auf heimische Bepflanzung und naturbelassene „wilde“ Bereiche, um den ansässigen Tieren einen Lebensraum zu bieten. Ein Park sollte zudem sauber, kostenfrei zugänglich, gut erreichbar und mit ausreichend Parkmöglichkeiten versehen sein. Für die Bundesgartenschau Heilbronn im Jahr 2019 werden bereits Veränderungen erwartet, die nachhaltige Verbesserungen im Bereich des Stadtgrüns mit sich bringen sollen.

Bedeutung von Stadtgrün für den Klimawandel

Angesichts der großen Herausforderungen des Klimawandels sind wir überzeugt, dass Stadtgrün eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung dieser Aufgabe leisten kann. Wir brauchen großräumig Grünflächen im Stadtgebiet, die die Feinstaub- und CO2-Belastung minimieren und die Wirkung von Starkregen und Temperaturextremen schwächen.

Dies betonte Erhard Schollenberger, Vorstandsmitglied des Verbandes Garten- und Landschaftbau Baden-Württemberg e.V., bei der Eröffnung des Pop-up-Parks. Er ergänzte, dass Gebäude auf heißere Temperaturen angepasst werden müssen, beispielsweise durch Dach- und Fassadenbegrünung. Jeder könne hier einen Beitrag zum Stadtklima leisten.

Die Initiative „Grün in die Stadt“ des Bundesverbandes Garten- und Landschaftbau e.V. (BGL) und seiner Landesverbände verstärkt das Engagement für mehr städtisches Grün. Die als „Ausgezeichneter Beitrag der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ prämierte Veranstaltungsreihe verwandelt zentrale Plätze in zwölf deutschen Innenstädten in grüne Stadtoasen und informiert über die positiven Aspekte städtischen Grüns. Die Initiative bündelt Informationen und dient als Plattform für Dialog und Austausch.

15.08.2016

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