Klima- und Umweltschutz

Torffreie Erde: Ein Beitrag zum Klimaschutz im Garten- und Landschaftsbau

Der Verzicht auf Torf im Gartenbau ist ein zentrales Anliegen für den Klimaschutz. Eine Umfrage zeigt, dass fast die Hälfte der Befragten dies für wichtig hält. Torfabbau zerstört CO2-Speicher und setzt klimaschädliche Gase frei.

Klimafolgen des Torfabbaus und die Bedeutung für Gärtner

Torf ist zwar ein Naturprodukt, sein Abbau führt jedoch zur Zerstörung wichtiger CO2-Speicher. Moore, aus denen Torf gewonnen wird, regenerieren sich nur über Jahrhunderte hinweg. Die Umfrage von Professor Peter Filzmaier belegt, dass fast 60 Prozent der Befragten aktiven Klimaschutz im Garten befürworten. Für die Hälfte ist die Anpassung an den Klimawandel beim Gärtnern wichtig. Torferden legen oft weite Transportwege aus Nord- und Osteuropa zurück, bevor sie in den Handel gelangen. Zwei Drittel der Befragten legen Wert auf kurze Transportwege bei Gartenhilfsmitteln.

Der Abbau von Torf wird als klimaschädlich eingestuft. Moore gehören zu den gefährdetsten Lebensräumen weltweit. Obwohl sie nur etwa drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, speichern sie 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs – mehr als jedes andere Ökosystem. Beim Torfabbau werden neben CO2 auch Methan und Lachgas freigesetzt, wobei Lachgas eine 300-mal stärkere Klimawirkung als CO2 besitzt.

Der fortgesetzte Torfabbau im aktuellen Tempo könnte dazu führen, dass in 50 Jahren keine Moore mehr zur Torfgewinnung existieren. Zudem entzieht der Abbau vielen seltenen, an diesen speziellen Lebensraum angepassten Tier- und Pflanzenarten ihre Existenzgrundlage, was einen Rückgang der Artenvielfalt bedeutet.

Ein 40 Liter Sack Torferde setzt 10 Kilogramm CO2 frei. Das entspricht einer Wegstrecke von 50 Kilometer mit einem Benzin-Verbrennungsmotor.

Dies erläutert Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“. Torfmoose bilden jährlich nur etwa einen Millimeter Torf nach, sodass die Entstehung einer ein Meter dicken Torfschicht 1.000 Jahre dauert.

Nachhaltige Alternativen und irreführende Kennzeichnungen

In Österreich landen 90 Prozent des verwendeten Torfs in Beeten, Kübeln oder Balkonkästen. Die Bezeichnung „Bio“ auf Erden ist irreführend, da diese Produkte bis zu 70 Prozent Torf enthalten dürfen.

Für Gärtner stehen Alternativen zu Torferden zur Verfügung. Mehr als 160 Partnerbetriebe von „Natur im Garten“ bieten entsprechende Produkte an. Diese Alternativen können zwar teurer sein, sind aber für den Umwelt- und Klimaschutz von Bedeutung.

24.08.2022

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