Aktuelle Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland
Im Jahr 2017 beliefen sich die gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland auf 906,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Dies entspricht einem Rückgang von 4,4 Millionen Tonnen oder 0,5 Prozent gegenüber 2016 und einer Reduktion um 27,5 Prozent im Vergleich zu 1990. Diese Zahlen basieren auf Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA), die der Europäischen Kommission übermittelt wurden.
Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, betonte die Notwendigkeit weiterer Emissionsminderungen:
Bis 2030 müssen die Emissionen gegenüber 1990 um mindestens 55 Prozent gesenkt werden, bis 2040 um 70 Prozent. Aber vor allem der Verkehrssektor bewegt sich weiterhin in die falsche Richtung. Die Emissionen sind erneut gestiegen und liegen nun schon zwei Prozent über den Emissionen des Jahres 1990. Immer mehr Fahrzeuge, immer mehr Güter auf der Straße und immer größere und schwerere Autos führen natürlich auch zu steigenden Emissionen. Hier muss nun endlich etwas passieren.Der Verkehrssektor emittierte 2017 fast 168 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Der Straßenverkehr trug mit über 96 Prozent den größten Anteil an den Emissionen des Verkehrssektors bei, wobei seine Emissionen 2017 um 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente anstiegen. Die größten Minderungen wurden in der Energiewirtschaft erzielt, wo die Emissionen um 19,5 Millionen Tonnen auf 313 Millionen Tonnen sanken. Dies ist auf den verringerten Einsatz von Steinkohle, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger, insbesondere der Windkraft, sowie die Stilllegung oder Überführung von Kraftwerkskapazitäten in die Sicherheitsbereitschaft zurückzuführen, trotz eines weiterhin hohen Überschusses im Stromaußenhandel.
In der Landwirtschaft sanken die Treibhausgasemissionen 2017 leicht auf 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, was einem Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 16,3 Prozent gegenüber 1990 entspricht. Ein geringerer Einsatz von mineralischen Düngern war hier ausschlaggebend. Im Bereich der industriellen Prozesse stiegen die Emissionen hingegen um 2,5 Prozent auf insgesamt 64 Millionen Tonnen an, hauptsächlich bedingt durch die konjunkturelle Entwicklung in der Metall- und Zementindustrie.
Emissionen nach Treibhausgasen im Detail
Kohlendioxid (CO2) dominierte 2017 mit 88 Prozent die Treibhausgasemissionen, hauptsächlich aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Die restlichen Emissionen verteilten sich auf Methan (CH4) mit 6,1 Prozent und Lachgas (N2O) mit 4,2 Prozent, wobei die Landwirtschaft die Hauptquelle für diese beiden Gase ist. Gegenüber 1990 sanken die Emissionen von Kohlendioxid um 24,2 Prozent, Methan um 54,3 Prozent und Lachgas um 41,3 Prozent.
Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) verursachen insgesamt nur etwa 1,7 Prozent der Treibhausgasemissionen, besitzen jedoch zum Teil ein sehr hohes Treibhauspotenzial. Die Entwicklung bei diesen Gasen ist uneinheitlich: Die Emissionen von Schwefelhexafluorid (SF6) und Fluorkohlenwasserstoffen (FKW) sanken seit 1995 um 34,4 bzw. 88,9 Prozent, abhängig von der Einführung neuer Technologien und ihrer Verwendung als Substitute. Die Emissionen der halogenierten FKW (H-FKW) stiegen im gleichen Zeitraum um 32,2 Prozent an.
