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Optimistischer Start in die Saison trotz Wintereinbruch: GaLaBau Baden-Württemberg blickt voraus

Trotz eines strengen Winters blicken die baden-württembergischen Garten- und Landschaftsbau-Betriebe optimistisch auf die kommende Saison. Der Verband GaLaBau Baden-Württemberg fordert Unterstützung von Banken und eine konsequente Marktwirtschaft.

GaLaBau Baden-Württemberg: Schwerpunkte und Herausforderungen

Die baden-württembergischen Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus blicken trotz eines strengen Winters optimistisch auf die kommende Saison. Dies erklärte Erhard Anger, Präsident des Verbandes GaLaBau Baden-Württemberg, anlässlich der jährlichen Mitgliederversammlung in Leinfelden-Echterdingen.

Anger appellierte an die regionalen Banken, Verständnis für einen witterungsbedingt erhöhten Kreditbedarf mancher Betriebe zu zeigen und „kleine Kreditschirme“ bereitzustellen. Er bezog zudem Stellung zur aktuellen Wirtschaftslage:

Wir sind gegen wettbewerbsschädliche Subventionen einzelner Branchen und wünschen uns einen Staat, der auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten konsequent für funktionierende marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen sorgt.
Dazu zählten auch maßvollere Steuerlasten, geringere Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie sowie ein Staat, der in Zeiten guter Konjunktur bewusster spare.

Der Verband repräsentiert knapp 600 baden-württembergische Garten- und Landschaftsbau-Betriebe, die im Jahr 2008 mit rund 8.000 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 780 Millionen Euro erwirtschafteten. Der gesamte Branchenumsatz im Land betrug 935 Millionen Euro, was einem Plus von etwa 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Anger betonte, dass sich in seinem Verband „die leistungsstarken, fachlich qualifizierten Betriebe Baden-Württembergs zusammengeschlossen“ hätten. Insgesamt gibt es im Land rund 2.100 Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen mit etwa 10.000 Mitarbeitern.

Lebenslanges berufliches Lernen als Verbandsschwerpunkt

Ein zentraler Schwerpunkt der Verbandsarbeit ist die Ausbildung des Berufsnachwuchses sowie die Fort- und Weiterbildung von Unternehmern und Mitarbeitern. Im Berichtsjahr erlernten 1.280 junge Menschen den Beruf des Garten- und Landschaftsbauers. Allein für Nachwuchswerbung und überbetriebliche Ausbildung wurden 2008 rund eine Million Euro aufgewendet. Das Fortbildungsangebot umfasste etwa 60 Seminare und Workshops.

Präsident Anger hob hervor, dass Investitionen in berufliche Kenntnisse und unternehmerische Qualifikation „der entscheidende Faktor für den Erfolg und das gesunde Wachstum des Berufsstandes in den vergangenen Jahrzehnten“ seien. Die aktive Ausbildungspolitik des Verbandes spiegelt sich in den Erfolgen bei Berufswettbewerben wider. Im Jahr 2008 wurden Tobias Bohnert und Andreas Waldvogel zum vierten Mal in Folge Deutsche Meister beim Bundes-Jugendpreis und qualifizierten sich für die „WorldSkills“ in Calgary. Zwei Jahre zuvor hatten Laura Neuffer und Christoph Maurits bei dieser Berufs-Weltmeisterschaft Silbermedaillen für Deutschland gewonnen.

Gartengestaltung und Gartenpflege: Wichtigstes Arbeitsfeld

Im Marktsegment „Privatgärten“ wurde 2008 fast die Hälfte des Branchenumsatzes mit angemessenen Erträgen erwirtschaftet. Anger erwartet eine Fortsetzung dieses Aufwärtstrends auch im Jahr 2009. Er vermutet, dass Kunden in der aktuellen Situation ihr Geld eher in die Werterhaltung und Renovierung ihres Gartens investieren würden als in andere Anlageformen. Die demografische Entwicklung, die zu einem verstärkten Bedarf älterer Gartenbesitzer an professionellen Gestaltungs- und Pflegeleistungen führt, stützt diese Erwartungen.

Hingegen könnten sich die negativen Konjunkturerwartungen, verstärkt durch die öffentliche Diskussion, bei gewerblichen Auftraggebern, insbesondere in konjunktursensiblen Branchen wie der Automobilindustrie, in einer rückläufigen Nachfrage nach grünen Dienstleistungen niederschlagen.

Ruinöser Preiskampf bei öffentlichen Aufträgen

Das Jahr 2008 war für Unternehmen, die sich auf Aufträge von Kommunen, Land und Bund konzentrierten, „besorgniserregend schwach“. Anger bezeichnete die öffentlichen Märkte als „in desolatem Zustand und die eigentlichen Sorgenkinder unserer Branche“. Hauptursachen seien eine „beinharte branchenfremde Konkurrenz, insbesondere vom Straßenbau und von Anbietern aus östlichen Bundesländern“.

Im Bereich der Pflege beklagte Anger eine massive Preiskonkurrenz durch Hausmeister und andere branchenfremde Wettbewerber, darunter „zu unfairen Konkurrenzbedingungen agierende so genannte 'gemeinnützige' GmbH’s“. Er kritisierte zudem die „jahrzehntelange Krux mit kommunalen Regiebetrieben“:

Was da von Bau- und Gartenämtern in einigen Städten und Gemeinden (unter welchen juristischen Deckmäntelchen auch immer) an kommunaler Planwirtschaft getrieben wird, geht uns regionalen Mittelständlern … über die marktwirtschaftliche Hutschnur.
Hoffnung setzt der Verbandspräsident auf die baldige Wirkung der Bundes-Investitionsprogramme. Er erwartet, dass ein Teil der bereitgestellten Milliarden bereits 2009 bei den Kommunen ankommt und dort als Nachfrage nach Dienstleistungen des Garten- und Landschaftsbaus spürbar wird.

Generell sei der Investitionsbedarf im kommunalen Bereich, etwa bei öffentlichen Grünanlagen, Schulen und Kindergärten, nach wie vor hoch. Mehr öffentliche Parks und Freizeitanlagen, Bäume und Grünflächen in der Stadt sowie Dachbegrünungen und grün eingebettete Wohngebiete trügen nicht nur zu einem gesünderen Stadtklima bei, sondern seien auch ein entscheidender Standortfaktor für die Stadtentwicklung, insbesondere im Hinblick auf den Zuzug von Neubürgern und Gewerbebetrieben. Anger riet Stadtparlamenten, Städteplanern und kommunalen Verwaltungen, Überlegungen eines „wirkungsvollen grünen Stadtmarketings“ ernst zu nehmen.

Landesgartenschauen und Grünprojekte bis 2025 ausgeschrieben

Anger lobte die Landesregierung für ihre konsequente, fast dreißigjährige Landesgartenschaupolitik. Am 15. Dezember 2008 hatte der Ministerrat „auf Grund des großen Interesses der baden-württembergischen Kommunen das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum beauftragt, ein Auswahlverfahren für Landesgartenschauen und Grünprojekte in den Jahren 2015 bis 2025 einzuleiten“.

10.03.2009

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