Lärmbelastung in Deutschland – eine Herausforderung für die Gesundheit
Das Umweltbundesamt (UBA) betont die Notwendigkeit eines verstärkten Engagements im Bereich des Lärmschutzes. Lärm stellt eine lokale, aber nahezu flächendeckende Belastung in Deutschland dar. Jeder zweite Mensch in Deutschland fühlt sich durch Lärm gestört. Diese Belastung kann nicht nur als störend empfunden werden, sondern auch gesundheitliche Auswirkungen haben.
Studien des UBA zeigen, dass bereits niedrige Dauerschallpegel von 40 dB(A) in der Nacht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Erkrankungen signifikant erhöhen können. Die Hauptlärmquelle ist der Straßenverkehr. Rund 54 Prozent der Deutschen fühlen sich laut einer UBA-Umfrage in ihrem Wohnumfeld durch Fahrzeuge belästigt oder gestört. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass in Westeuropa jährlich 61.000 gesunde Lebensjahre durch verkehrslärmbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen verloren gehen.
Der Schienenverkehr ist bundesweit für jeden dritten Einwohner eine Beeinträchtigung und steht damit an zweiter Stelle der verkehrsbedingten Lärmquellen. Besonders problematisch sind die großen Güterverkehrskorridore, die vor allem nachts befahren werden.
Unnötiger Lärm durch Güterzüge darf nicht weiter die Achillesferse der im Vergleich zum LKW sonst sehr umweltfreundlichen Schiene sein. Im Mittelrheintal und anderen stark befahrenen Strecken treten auf einzelnen Abschnitten Lärmpegel auf, die weit über dem liegen, was aus Gründen des Gesundheitsschutzes verträglich ist.
Die Geräuschentwicklung von Zügen auf der Schiene lässt sich minimieren, indem die Gleise durch regelmäßiges Schleifen glatt gehalten werden. Die wichtigste und kosteneffizienteste Methode betrifft die Bremsen der Güterwagen. Der Austausch von klassischen Grauguss-Bremsklötzen gegen moderne Alternativen aus Kunststoff verhindert das Aufrauen der Räder und die Beschädigung der Gleise, wodurch Züge leiser rollen. Zur Beschleunigung der Umrüstung von Altbeständen werden lärmgestaffelte Trassenpreise vorgeschlagen.
Umweltschutz der Meere – Bedrohungen und Lösungsansätze
Ein weiterer Schwerpunkt des UBA ist der Schutz der Meere, die über 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken. Auch in bisher unberührten Zonen der Hohen See nehmen wirtschaftliche Aktivitäten wie Fischerei, Schiffsverkehr und die Suche nach Rohstoffen zu. Die "Blaue Wirtschaft" in Europa bietet rund 5,4 Millionen Arbeitsplätze und erzielt eine Brutto-Wertschöpfung von 600 Milliarden Euro. Ökologische Schäden durch übermäßige Nutzung der Meere wirken sich negativ auf die Wirtschaft aus.
Der gravierendste menschliche Eingriff in die Meere ist die Überfischung, die auf eine jahrelang nicht nachhaltige Fischereipolitik mit zu hohen Fangmengen und umweltschädlichen Fangmethoden zurückzuführen ist. Im Mittelmeer gelten laut EU-Kommission 80 Prozent der Bestände als überfischt. Das UBA begrüßt daher die Planungen der EU-Kommission zur Einführung eines Rückwurfverbots für unbeabsichtigte Beifänge zwischen 2014 und 2020. Das Europaparlament unterstützte diesen Vorschlag im Februar 2013, und die EU-Fischereiminister stimmten dem Vorschlag zu, möchten jedoch Beifänge von sieben Prozent weiterhin erlauben. Das Verbot soll schrittweise bis 2019 in Kraft treten, wobei das EU-Parlament dem Kompromissvorschlag noch zustimmen muss.
Für die deutsche Nord- und Ostsee ist die Eutrophierung (Überdüngung) mit Nährstoffen das größte Problem. Rund drei Viertel der Stickstoffverbindungen gelangen über Flüsse ins Meer, hauptsächlich aus der Landwirtschaft. Die Überdüngung ist auch für den Menschen spürbar, insbesondere im Sommer, durch toxische Algenblüten, die bei Aufnahme zu Erbrechen und Durchfall führen können. Abgestorbene Algen verursachen bei am Meeresboden lebenden Tieren wie Krebsen, Muscheln oder Schnecken akuten Sauerstoffmangel und beeinträchtigen ganze Populationen.
Die wichtigste Quelle des Stickstoffs in Nord- und Ostsee ist die Landwirtschaft. Die EU kann hier über die gemeinsame Agrarpolitik GAP mehr Anreize setzen – etwa über Vorgaben zum guten Zustand der Böden, damit Abschwemmungen von Nährstoffen durch Erosion vermieden werden. Gegen die unerwünschte Düngung von Meer und Ozean helfen auch breitere Pufferstreifen an Flüssen und Seen, auf denen bestenfalls nur eine extensive Nutzung stattfinden sollte; am besten als Grünland.
Nachhaltiges Bauen und Wohnen – Ressourcenschonung im Fokus
Ein dritter Schwerpunkt des UBA ist "Nachhaltig Bauen und Wohnen". Umweltfreundliches Bauen und Wohnen umfasst neben guter Wärmedämmung und dem Einsatz erneuerbarer Energien auch einen sparsamen Einsatz von ressourceneffizient hergestellten und verwendeten Baumaterialien.
Der Baustoffsektor in Deutschland gehört zu den rohstoffintensivsten Sektoren. Im gesamten Hoch- und Tiefbaubestand sind rund 60 Milliarden Tonnen mineralischer Baustoffe gelagert, zu denen jährlich über 500 Millionen Tonnen hinzukommen. Allein 25 Millionen Tonnen Zement, sechs Millionen Tonnen Stahl und eine halbe Million Tonnen Kupfer fließen pro Jahr in den Bausektor. Das UBA empfiehlt, den Rohstoffgehalt von Baustoffen und deren Recycling-Tauglichkeit zu kennzeichnen sowie bevorzugt Baustoffe aus Sekundärrohstoffen einzusetzen.
