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Der „Hexenkessel“: Ein Garten für Gift- und Heilpflanzen auf der Landesgartenschau Norderstedt

Der Apothekerverband Schleswig-Holstein präsentiert auf der Landesgartenschau Norderstedt den „Hexenkessel“, einen Rundgarten für Gift- und Heilpflanzen. Besucher erhalten Informationen über die Anwendung von Pflanzen bei Beschwerden und ihre Wirkungsweisen.

Der „Hexenkessel“: Einzigartiger Garten für Gift- und Heilpflanzen

Der Apothekerverband Schleswig-Holstein präsentiert auf der Landesgartenschau Norderstedt einen speziellen Ausstellungsbeitrag: den „Hexenkessel“. Dieser trichterförmige Rundgarten im Nordwesten des Feldparks widmet sich auf 170 Quadratmetern dem Thema Gift- und Heilpflanzen.

Besucher erhalten hier Informationen über die Anwendung von Pflanzen bei Beschwerden wie Erkältungen oder Magenproblemen. Ein Beispiel ist der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea), dessen Giftigkeit im Kontrast zu seiner Nutzung bei Herzinsuffizienz steht.

Im „Hexenkessel“ sind über 35 verschiedene Pflanzenarten zu sehen, darunter Eisenhut (Aconitum), Fingerhut (Digitalis), Ginster (Genista), Goldregen (Laburnum), Stechpalme (Ilex) und Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Diese Auswahl verdeutlicht die Bandbreite der Natur, die sowohl zur Linderung von Krankheiten und zur Förderung des Wohlbefindens beitragen kann, als auch bei falscher Anwendung gesundheitsschädlich oder giftig wirken kann.

Der Garten informiert über die Geschichte der gezeigten Pflanzen, ihre pharmazeutische Verarbeitung und ihre Wirkungsweisen. Ziel ist es, Besuchern jeden Alters die Zusammenhänge zwischen Giftstoff, Wirkstoff und Heilstoff näherzubringen. Das Wissen über Giftpflanzen wird als Teil der kulturellen Bildung betrachtet, da diese Pflanzen seit langer Zeit in Medizin und Gesundheitsförderung eingesetzt werden.

Der Name „Hexenkessel“ spielt auf die historische Verbindung von Pflanzenwissen mit dem Mittelalter an, als solches Wissen oft mit Hexerei assoziiert wurde. Im 20. Jahrhundert erfuhr der Begriff „Hexe“ eine positive Umdeutung, und heute bezeichnen sich viele Fachleute der Heilkräuterkunde als „Kräuterhexe“.

Die Initiatoren des „Hexenkessels“ sind Ehler Schümann, ein Gartenexperte mit langjähriger Erfahrung, und Ulrike Rodowski, eine botanisch gebildete Autodidaktin. Sie haben den Garten konzipiert, geplant und gebaut. Der Apothekerverband Schleswig-Holstein unterstützt das Projekt finanziell und ideell.

Wir möchten den Besucherinnen und Besuchern der Landesgartenschau Norderstedt einen Ausstellungsbeitrag bieten, wie er meines Wissens noch auf keiner Gartenschau zu finden war.

so Ehler Schümann.

Der klassische Kräutergarten findet auf Landes- und Bundesgartenschauen immer einen großen Zuspruch. Unser Giftpflanzen- und Heilkräutergarten, davon sind wir überzeugt, wird alle interessieren, egal ob jung oder alt, botanisch versiert oder weniger kundig, denn die Themen Gesundheit und Wohlbefinden sind für jeden bedeutsam.

ergänzt Dr. Thomas Friedrich, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein.

Während der 172 Tage der Landesgartenschau stehen Ehler Schümann, Ulrike Rodowski sowie Apotheker für Fragen und Informationen zur Verfügung. Geplant sind zudem verschiedene Veranstaltungen und Aktionen. Eine Dauerausstellung mit dem Titel „Von der Pflanze zur Pille“ wird die Entstehung von Globuli aus Naturstoffen veranschaulichen.

Die kälteresistenten Gift- und Heilpflanzen wurden bereits im Winter in die Erde des Feldparks eingebracht. Die restlichen Arbeiten werden im Frühjahr abgeschlossen. Mit der Eröffnung der Landesgartenschau Norderstedt am 21. April 2011 laden die Initiatoren und der Apothekerverband Schleswig-Holstein in ihren Garten ein.

09.12.2010

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