Neues Zuhause für Zauneidechse und andere Arten in Untermenzing
In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde hat sich der Bauträger verpflichtet, vor der Errichtung der Reihenhäuser Artenschutzmaßnahmen umzusetzen. Auf dem Gelände des geplanten Bauvorhabens leben geschützte Reptilien- und Insektenarten wie die Zauneidechse, die Blauflügelige Ödlandschrecke und der Idas-Bläuling.
Die Zauneidechse zählt nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu den streng zu schützenden Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse. Für die Blauflügelige Ödlandschrecke und den Idas-Bläuling besteht seitens der Landeshauptstadt München eine besondere Schutzverantwortung, weshalb beide Arten in München berücksichtigt werden.
Gemäß einem speziell für diese Arten erarbeiteten Pflege- und Entwicklungskonzept hat MünchenBau eine sogenannte CEF (Continuous Ecological Functionality)-Maßnahmenfläche hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Ausgleichsfläche von rund 2.100 Quadratmetern, ein Biotop, auf dem die drei geschützten Arten mehr Raum erhalten. Ein angrenzender Wiesenstreifen wird gezielt nach deren spezifischen Lebensraumansprüchen umgestaltet.
MünchenBau hat zudem eine Simulation des Gebäudeschattens erstellt. Matthias Schwahn von Ohnes & Schwahn Landschaftsarchitekten, die für die Errichtung der Ausgleichsfläche im Rahmen der ökologischen Baubegleitung beauftragt wurden, erläutert:
Bei der Umgestaltungsmaßnahme haben wir den künftigen Verlauf des Schattens berücksichtigt, damit beispielsweise Bereiche für die Eiablage, für die eine vollsonnige Lage wichtig ist, verteilt in der Fläche verfügbar sind.
Nach dem Schlüpfen weichen die Zauneidechsen, Idas-Bläulinge und Blauflügeligen Ödlandschrecken dem wandernden Schatten der Reihenhäuser aus oder suchen diesen bei Hitze zur Thermoregulation auf. Nach Fertigstellung der Fläche wird MünchenBau über 25 Jahre ein Monitoring durch eine reptilien- und insektenkundige Fachkraft durchführen lassen, um die Umsetzung und den Erfolg des Pflege- und Entwicklungskonzepts zu überprüfen.
Kosten und Bedeutung der Artenschutzmaßnahmen
Die Kosten für die Herstellung des Biotops belaufen sich auf rund 100.000 Euro. Hinzu kommen jährliche Ausgaben für die Pflege der Ausgleichsfläche in Höhe von rund 3.000 Euro sowie Aufwendungen für das Monitoring. MünchenBau-Gründer Neumann erklärt:
Im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung von knappem Bauland unterstützen wir aber diese Maßnahmen, denn sie sind richtig und wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt im Münchner Stadtgebiet.
