Im abgeschlossenen Geschäftsjahr war die Alfred Kärcher SE & Co. KG mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Steigende Handelsbarrieren, zunehmender Preisdruck – insbesondere durch chinesische Anbieter – sowie strukturelle und regulatorische Hürden bremsten das Wachstum deutlich. Auch der globale Reinigungsmarkt entwickelte sich rückläufig: Gewerbliche Kunden hielten sich mit Investitionen zurück, lediglich Teile des Konsumentensegments verzeichneten Zuwächse. Insgesamt konnte sich Kärcher jedoch besser behaupten als der Markt.
„2025 war ein sehr ungewöhnliches Jahr, das uns stark gefordert hat“, erklärt Vorstandsvorsitzender Hartmut Jenner. „Ich habe 2020 früh gesagt, dass wir zehn schwierige Jahre erleben werden. Jetzt ist die erste Halbzeit vorbei und ich bin insgesamt zufrieden damit, wie gut Kärcher sie bewältigt hat.“
Investitionen in Standorte, Technik und Unternehmenskultur
Um seine Marktposition langfristig zu sichern, investierte das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 170 Millionen Euro in Innovationen und strukturellen Ausbau. Davon profitierten insbesondere internationale Produktionsstandorte:
- Erweiterung der Produktions- und Entwicklungsflächen im rumänischen Werk Curtea de Argeș um 15.000 m² und Ausbau der Kunststoffverarbeitung
- Inbetriebnahme einer vollautomatischen Anlage zur Herstellung von Staubsaugerbeuteln
- Neue Halle mit Rotationssinter-Anlagen im Werk Changshu (China) zur Erhöhung der Fertigungstiefe bei Bodenreinigungsgeräten
- Neuer Hauptsitz von Kärcher Österreich in Wien mit Büros, Schulungszentrum, Service und Lager – beheizt mit Wärmepumpen
- Flexible Montageanlage für Heißwasser-Hochdruckreiniger im Werk Bühlertal mit fahrerlosen Transportsystemen
Neben Sachinvestitionen rückte auch die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur in den Mittelpunkt. Die neue langfristige Strategie stärkt Eigenverantwortung und unternehmerisches Denken. Parallel etablierte das Unternehmen frühzeitig KI-Unterstützung im Arbeitsalltag: Seit Einführung von Google Gemini wurden im Dezember über 500.000 Prompts registriert.
Die Mitarbeiterzufriedenheit bleibt hoch: 91 % der Beschäftigten gaben in einer Befragung an, gern für Kärcher zu arbeiten.
Nachhaltigkeitsstrategie und gesellschaftliches Engagement
Mit der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 verfolgt Kärcher messbare Ziele zur Kreislaufwirtschaft und zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks entlang der globalen Wertschöpfungskette. Reparierbarkeit und Recycling spielen dabei eine zentrale Rolle.
Im Jubiläumsjahr intensivierte das Unternehmen zudem sein gesellschaftliches Engagement: Statt geplanter 90 wurden weltweit 124 kostenlose Reinigungsprojekte an öffentlichen Orten und historischen Bauwerken umgesetzt – darunter das Heidelberger Schloss, das Bronx Victory Memorial in New York und Teile der Basilika Notre-Dame de la Paix an der Elfenbeinküste.
Die Initiative „Clean Water for the World“ (mit dem Global Nature Fund) verbesserte durch mittlerweile 35 Wasser- und Pflanzenkläranlagen die Versorgung von über 500.000 Menschen. Bei den jährlichen „Kärcher Cleanup Days“ sammelten Mitarbeitende aus 20 Ländern insgesamt 17 Tonnen Abfall.
Ausblick 2026: Neue Lösungen für Profis und Privatkunden
Das Portfolio umfasst über 3.000 Produkte und erhielt im vergangenen Jahr rund 150 Auszeichnungen für Innovation, Design und Marketing. Für 2026 setzt das Unternehmen auf neue Produktlösungen.
Neuheiten für professionelle Anwender
- K-Mop 46: handgeführte Scheuersaugmaschine für verwinkelte Flächen mit reduziertem Kraftaufwand
- Digitale Waschlösungen: Pay&Wash-App, K!Control SB und K!Connect für Bedienung und Anlagenmanagement
- eco!Booster MAX: Hochdruckdüse zur Einsparung von Energie, Wasser und Zeit
- Graffiti-Entferner: geeignet für empfindliche Oberflächen
- KIRA B 200: autonome Bodenreinigungsmaschine für automatisierte Umgebungen
Neuheiten für Privatkunden
- Premium-Hochdruckreiniger der Comfort-Range
- Fensterreinigungsroboter RCW 2 und RCW 4
- SCV 4 Steam Vac – 3-in-1-Dampfreinigung ohne Reinigungsmittel
- Neue Akku-Fenstersauger
- Neue Serie Nass-/Trockensauger
„Wir wollen das Leben unserer Kunden einfacher machen, indem wir ihnen die beste Reinigungslösung bieten – selbst für Herausforderungen, die sie noch gar nicht sehen“, fasst Hartmut Jenner den Ausblick zusammen.


