Klimawandel: Realität und globale Herausforderung laut UBA
Aus Sicht des UBA ist der Klimawandel bereits Realität und wird sich voraussichtlich weiter verschärfen. Die Erderwärmung wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit menschlichen Aktivitäten zugeschrieben. Im ungünstigsten Szenario könnte die globale mittlere Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 6,4 Grad Celsius ansteigen. Zu den erwarteten Folgen zählen starker Wassermangel auf der Südhalbkugel, ein beschleunigtes Schmelzen von Gletschern und Festlandeis, eine Zunahme von Flutkatastrophen sowie ein deutlich stärkeres Artensterben. Der Klimawandel lässt sich demnach nur noch bremsen, aber nicht mehr verhindern.
Es wird als entscheidend erachtet, dass die Staatengemeinschaft die Erwärmung der Erde auf 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt. Dies wäre nur möglich, wenn sich der Gehalt an Klimagasen in der Atmosphäre bei 400 Teilchen pro Million Luftmoleküle stabilisieren würde. Aktuell liegt dieser Wert bei etwa 425 Teilchen.
Anpassungsstrategien und internationale Zusammenarbeit für den Klimaschutz
Diese Situation erfordert konsequentes internationales Handeln. Die Treibhausgasemissionen müssen weltweit bis 2050 zwischen 50 und 80 Prozent sinken. Gleichzeitig muss sich die Welt besser an die Folgen des Klimawandels anpassen. Deutschland plant, als seinen Beitrag bis 2020 40 Prozent weniger Klimagase als 1990 zu verursachen. Zudem muss sich Deutschland auf die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels einstellen, was die Anpassung an veränderte Temperaturen und Niederschläge, neue Krankheitserreger und häufigere extreme Wetterereignisse beinhaltet. Deutschland hat hier die Möglichkeit, seine technische und wirtschaftliche Kompetenz auszubauen.
Der erste Teilbericht des IPCC lieferte wissenschaftliche Analysen und Projektionen zum Klimasystem, beispielsweise zu erwartenden Veränderungen von Temperaturen und Niederschlägen. Der zweite Teilbericht befasste sich mit der Vulnerabilität ökologischer Systeme und der Anfälligkeit von Regionen gegenüber dem Klimawandel. Der dritte Teilbericht beschreibt konkrete Maßnahmen zur Eindämmung nachteiliger Klimafolgen. Weitere Schwerpunkte sind denkbare Zukunftsszenarien für die Emissionsentwicklung sowie mögliche Strategien zur Anpassung von Staaten und Regionen an den klimatischen Wandel.
Der Synthesebericht des Weltklimarats dient als wichtige Richtschnur für die Weltklimakonferenz auf Bali, die vom 3. bis 14. Dezember 2007 stattfindet. Dort soll der Beschluss für Verhandlungen zu einem künftigen globalen Klimaschutzabkommen gefasst werden, das ab 2013 gelten soll. Die drei Zusammenfassungen der Teilberichte sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar.