Nachhaltige Produktion als Branchenstandard
Im Gartenbau und im gärtnerischen Fachhandel hat sich der Umgang mit Wasser in den letzten Jahrzehnten maßgeblich verändert. Angesichts des Klimawandels und der Notwendigkeit eines nachhaltigen Ressourcenmanagements setzen professionelle Gärtner auf effiziente Bewässerungsmethoden. Dies dient nicht nur dem Umweltschutz, sondern sichert auch die Qualität der Kulturen, da sowohl ein Übermaß als auch ein Mangel an Wasser zum Totalausfall von Pflanzen führen kann.
Moderne Gartenbaubetriebe integrieren seit den 1980er Jahren nachhaltige Anbauverfahren. Ein zentraler Aspekt dabei ist der schonende Umgang mit Wasser. Durch Forschung und Entwicklung konnten die Anbaumethoden für Zierpflanzen, Beet- und Balkonpflanzen, Schnittblumen sowie mehrjährige Stauden und Gehölze im Freiland umweltfreundlicher gestaltet werden. Viele Betriebe mit gärtnerischem Fachhandel, die ihre Pflanzen selbst produzieren, wenden diese Prinzipien an, um Wasser und andere Ressourcen zu sparen.
Geschlossene Bewässerungssysteme als Standard
Geschlossene Bewässerungssysteme sind heute ein Standard in der Branche. Dabei wird Niederschlagswasser und überschüssiges Bewässerungswasser gesammelt, gefiltert und aufbereitet. Moderne Technik überwacht dabei die Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Dünger. Diese Systeme ermöglichen nicht nur einen effektiven Wassereinsatz, sondern verhindern auch den Eintrag unerwünschter Stoffe in den Unterboden und das Grundwasser. Wasserschonende, zirkulierende Anlagen haben sich sowohl im Gewächshaus als auch im Freilandanbau von Topf- und Containerpflanzen etabliert.
Effiziente Bewässerungstechniken im Detail
Anstelle großflächiger Beregnung wird im Gartenbau zunehmend die Tropfbewässerung eingesetzt. Diese Methode spart im Vergleich zur Überkopfbewässerung Energie und Wasser. Verdunstung und Abdrift durch Wind im Freiland werden reduziert, was eine präzisere Wasserverteilung ermöglicht. Das Wasser wird gezielt und dosiert direkt an den Wurzelbereich der Pflanzen abgegeben, wodurch die Pflanzenoberflächen trocken bleiben. Besonders bei Kulturen mit langer Entwicklungsphase, wie Hortensien und anderen Gehölzen, amortisiert sich die Investition in solche Systeme.
In Gewächshäusern kommen zudem Ebbe- und Fluttische zum Einsatz. Diese großen, flachen Tische werden zeitweise mit Wasser geflutet, um die Pflanzen von unten zu bewässern. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, dass Gärtnereien ihre Produktion kontinuierlich umweltfreundlicher und wassersparender gestalten.
Bedeutung des Weltwassertags für den Gartenbau
Die Vereinten Nationen (UN) weisen darauf hin, dass Wasser eine begrenzte und zunehmend knappe Ressource ist. Faktoren wie Bevölkerungswachstum, sich ändernde Konsummuster und der Klimawandel beeinflussen die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser. Aus diesem Grund wird seit 1993 jährlich am 22. März der Weltwassertag begangen, der von UN-Water organisiert wird. Für Gartenbaubetriebe und den gärtnerischen Fachhandel ist Wassersparen eine Selbstverständlichkeit. Informationen zum Gießen in Privatgärten, auf Terrassen und Balkonen bietet der Bundesverband Einzelhandelsgärtnereien auf seiner Internetseite.
