Hochwasserschutz

Hochwasserschutz in Schweinfurt: Maindeiche für 11 Millionen Euro saniert

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten sind die Mainanwohner im Raum Schweinfurt wieder vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt. Die 11 Millionen Euro teuren Maßnahmen umfassen über zehn Kilometer sanierte Deiche und berücksichtigen einen Klimafaktor von plus 15 Prozent.

Umfassende Schutzmaßnahmen und Klimaanpassung der Maindeiche

Die sanierten Deiche bieten Hochwasserschutz auf neuestem Stand für über 12.000 Einwohner der Region.

Zusätzlich werden rund 480 Hektar Gewerbeflächen abgesichert. Die Notwendigkeit der Sanierung ergab sich aus bayernweiten Deichprüfungen nach dem Pfingsthochwasser 1999, die zeigten, dass die Standsicherheit der Maindeiche bei länger andauerndem oder stärkerem Hochwasser nicht mehr gewährleistet war.

Seit September 2006 wurden über zehn Kilometer Deiche saniert und erhöht. Auf rund 600 Metern erfolgte ein Neubau. Die Deiche sind so konzipiert, dass sie auch bei Überströmung durch Extremhochwasser standsicher bleiben. Die Gesamtkosten für die Sanierung beliefen sich auf rund 11 Millionen Euro. Diese wurden vom Freistaat Bayern, den betroffenen Kommunen und privaten Unternehmen getragen und durch die Europäische Union kofinanziert.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wurde bei der Höhe der Maindeiche ein Klimafaktor von plus 15 Prozent berücksichtigt. Dies trägt den prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels Rechnung. Für das Maingebiet im Raum Schweinfurt wird bis 2050 eine Temperaturzunahme im Jahresdurchschnitt von bis zu 1,7 Grad Celsius, im Winter sogar bis zu 2,5 Grad Celsius erwartet. Die Niederschläge können im Winter um bis zu 30 Prozent zunehmen.

Landesweite Anstrengungen und Eigenverantwortung im Hochwasserschutz

Die Bayerische Staatsregierung arbeitet seit Jahren an der Verbesserung des Hochwasserschutzes besiedelter Flächen in Bayern. Aktuell laufen an über 400 Stellen Projekte zur Optimierung des Hochwasserschutzes. Das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm sieht für den Zeitraum von 2001 bis 2020 Investitionen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro vor.

Trotz staatlicher Maßnahmen bleibt die Eigenverantwortung der Gewässeranlieger ein wichtiger Aspekt.

Staatlicher Hochwasserschutz kann Hochwasser sehr weit entschärfen, aber Schäden nicht völlig verhindern.

Bürger in potenziell überschwemmungsgefährdeten Gebieten sollten daher ihre Keller frei von Wertgegenständen und Versorgungsanlagen halten. Zudem wird empfohlen, das verbleibende Risiko durch eine Elementarschadenversicherung abzusichern.

13.02.2009

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