Naturschutz

Vorbereitung des Klimagipfels in Glasgow: Petersberger Klimadialog legt Fokus auf globale Klimaziele

Der Petersberger Klimadialog bereitete die COP 26 in Glasgow vor. Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Alok Sharma luden zur Videokonferenz ein, um globale Klimaziele zu diskutieren. Die Veranstaltung zeigte, dass Fortschritte im internationalen Klimaschutz möglich sind.

Petersberger Klimadialog als Vorbereitung für die COP 26

Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Alok Sharma, der designierte Präsident der kommenden Weltklimakonferenz (COP 26), luden zum Ministersegment des 12. Petersberger Klimadialogs ein. Die Veranstaltung fand als Videokonferenz statt und diente der politischen Vorbereitung der COP 26, die im November 2021 in Glasgow stattfindet.

Die Beratungen basierten unter anderem auf den bisher angekündigten Klimazielen verschiedener Volkswirtschaften. Eine aktuelle Berechnung des „Climate Action Tracker“ zeigte, dass die Summe der eingereichten Ziele die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf 2,4 Grad begrenzen würde. Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der Auftakt-Pressekonferenz des Petersberger Klimadialogs vorgestellt.

Der Kampf gegen die Klimakrise hat in den letzten zwölf Monaten weltweit eine ganz neue Dynamik bekommen. Das Pariser Klimaschutzabkommen entfaltet schrittweise seine volle Wirkung. Die Ergebnisse des Climate Action Tracker sind für mich eine wichtige Grundlage für die anstehenden Gespräche. Denn sie zeigen neben größtem Handlungsbedarf auch, dass sich die Mühe lohnt und Fortschritte möglich sind im internationalen Klimaschutz. Noch vor wenigen Jahren war die Welt auf einem Kurs in Richtung 3,5 Grad Erderhitzung – eine unerträgliche Vorstellung.

Die neuen Zusagen haben uns auf einen Kurs Richtung 2,4 Grad gebracht und wir sind noch lange nicht am Ende der Entwicklung. Entscheidend für den Erfolg sind die kurzfristigen Fortschritte in den 20er Jahren. Es ist gut, dass die EU und Großbritannien hier mutig vorangegangen sind und die Messlatte gelegt haben. Die USA, Japan und Kanada sind gefolgt, aber viele andere müssen noch folgen. Den Schwung, den wir mit dem Biden-Gipfel aufgenommen haben, wollen wir jetzt auch mitnehmen in die Verhandlungen zum gemeinsamen Regelwerk unter dem Dach des Pariser Abkommens. Denn wir brauchen klare, einheitliche Regeln für alle Länder unter dem Pariser Klimaabkommen. Das betrifft die Berichtspflichten für Treibhausgase oder die Frage, wie Emissionsminderungen gehandelt und angerechnet werden.

In den nächsten Tagen werden wir gemeinsam daran arbeiten, dafür Lösungen vorzubereiten.

Alok Sharma betonte die Bedeutung des Dialogs für die Vorbereitung der COP 26.

Auf dem diesjährigen Petersberger Klimadialog konzentrieren wir uns jetzt - sechs Monate vor Glasgow – darauf, die Verhandlungen auf der COP26 vorzubereiten, um diese dort erfolgreich abschließen zu können. Es ist mir sehr daran gelegen, die aktuelle Dynamik in der Klimapolitik aufrechtzuerhalten und zu nutzen: zum Beispiel um eine stabile Klimafinanzierung zu erreichen, den Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels zu verstärken und um offene Punkten des Pariser Regelwerks zu lösen.

Der Petersberger Klimadialog dient als Plattform für den informellen Austausch auf politischer Ebene und hat sich als jährlicher Meilenstein in der internationalen Klimadiplomatie etabliert. In diesem Jahr kamen Ministerinnen und Minister aus rund 40 Ländern zusammen. Der Höhepunkt der Sitzung war das hochrangige Segment mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres, dem britischen Premierminister Boris Johnson und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Bundesregierung veranstaltet den Petersberger Klimadialog seit 2010. Der Ko-Vorsitz wird jeweils vom Land der nächsten Weltklimakonferenz übernommen.

Ergänzt wurde der Austausch durch ein Rahmenprogramm, das Diskussionen mit hochrangigen Panellistinnen und Panellisten sowie der Öffentlichkeit ermöglichte. Themen waren der Umbau zu einer klimaneutralen Lebens- und Wirtschaftsweise, die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Biodiversität.

04.05.2021

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