Systematische Datenerhebung für fundierte Entscheidungen
Seit dem 1. Januar 2014 ist eine neue Verordnung in Kraft, die Bund und Länder zur jährlichen Zustandserhebung ihrer Wälder verpflichtet. Die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) bewertet diesen systematischen Ansatz positiv.
Die Verordnung „Über Erhebungen zum forstlichen Umweltmonitoring“ schreibt die Erhebung spezifischer Grunddaten zur Waldvitalität und zu Wirkungszusammenhängen in Waldökosystemen vor. Dies soll differenzierte und fachlich begründete Entscheidungen zur Waldkalkung ermöglichen, basierend auf den negativen Effekten der anhaltenden Bodenversauerung, die durch langfristige Untersuchungen der Waldökosysteme sichtbar werden.
Obwohl die meisten Bundesländer bereits jährliche Waldschadenserhebungen durchführten, geht die neue Regelung darüber hinaus. Sie fordert die Erfassung von Kronenzustand, Baumwachstum, Nadel- und Blattanalysen, Bodenvegetation, atmosphärischen Stoffeinträgen, Streufall, Bodenwasser nach Menge und Zusammensetzung, Bodenzustand, meteorologischen Parametern, Phänologie und Luftqualität. Diese Daten sind in einem terrestrischen Stichprobenverfahren mit systematischer Stichprobenverteilung über das gesamte Bundesgebiet zu erheben. Ein Raster von mindestens 16 mal 16 Kilometern im Quadratverband ist vorgeschrieben, das auf Länderebene verdichtet werden kann.
Zusätzlich sind Flächen mit wichtigen Waldökosystemen für ein Intensivmonitoring vorgesehen. Die Verordnung soll die kontinuierliche Datenerhebung sicherstellen und eine Rechtslücke schließen, die nach dem Auslaufen der EU-Forest-Focus-Verordnung im Jahr 2007 entstand. Die aktualisierten Informationen dienen als Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen, als Frühwarnsystem für Waldrisiken und als Basis für eine nachhaltige Forstwirtschaft.
Umweltmonitoring soll politischen Handlungsdruck erzeugen
Die bundesweit erhobenen Daten über den Zustand der Waldböden werden die aufgrund der Bodenversauerung eingeschränkte Stabilität und die geminderte Leistungsfähigkeit vieler Waldböden bestätigen.[cite: 20]
Dies erklärte Dr. Reinhard Müller, Geschäftsführer der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG). Die DHG weist darauf hin, dass die Probleme der Waldbodenversauerung in vielen Böden weiterhin bestehen und der Umfang der Waldkalkung der letzten Jahre lediglich ein Stagnieren erreicht hat.
Das Aussetzen der Kalkung in einigen Bundesländern führt vielerorts zu einem weiteren Fortschreiten der Versauerung. Nach Berechnungen der DHG benötigt etwa ein Drittel der deutschen Wälder, rund 3,7 Millionen Hektar, eine regelmäßige Kalkung, um die Versauerung zu stoppen und die natürlichen Verhältnisse wiederherzustellen. Parallel dazu müssen die Immissionen, die die Bodenversauerung auslösen, gestoppt werden.
Auf nicht gekalkten Standorten wandert die Versauerungsfront weiter in den Unterboden, was das tiefere Wurzelwachstum der Bäume beeinträchtigt. Gelöstes Aluminium und Schwermetalle wirken toxisch auf Wurzeln und Bodenlebewesen und können das Grundwasser belasten.
Diese negative Wirkungskette der Versauerung in vielen Gebieten Deutschlands wird das Umweltmonitoring auf basenarmen Standorten feststellen. Wir fordern daher die Umweltpolitiker aller Parteien auf Bundes- und Landesebene auf, die Förderung einer nachhaltigen Bodenschutzkalkung zur Stabilisierung der Wälder mit neuer Entschlossenheit sicherzustellen.[cite: 20]
So Dr. Müller.