Naturschutz

Neue Naturerbestätten in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen

Das UNESCO-Welterbekomitee hat drei neue Naturerbestätten in die Welterbeliste aufgenommen: Chaine des Puys, Fanjingshan und die Barberton Makhonjwa-Berge. Die Familie der Weltnaturerbestätten umfasst nun 209 Gebiete.

Erweiterung um gemischte Welterbestätten

Zu den Höhepunkten der Sitzung zählte die Anerkennung dreier gemischter Welterbestätten, die sowohl Natur- als auch Kulturerbekriterien erfüllen. Die gemeinsam mit vier First Nations Kanadas nominierte Stätte Pimachiowin Aki (Kanada) ist mit knapp drei Millionen Hektar das größte und am vollständigsten erhaltene Beispiel der borealen Ökoregion in Nordamerika. Die Nominierung dieses seit Jahrtausenden vom Volk der Anishinaabeg bewohnten Landes durch die First Nations stellt ein Novum in der Geschichte der Welterbekonvention dar.

Der Nationalpark Chiribiquete (Kolumbien) umfasst einzigartige Ökosysteme des Amazonas mit einer hohen Artenvielfalt und zählt in Bezug auf den Erhalt von Säugetieren, Amphibien und Vögeln zu den unersetzbaren Schutzgebieten der Welt. Ebenfalls zum Natur- und Kulturerbe zählt das Tehuacàn-Cuicatlán Tal in Mexiko.

Pimachiowin Aki und der Chiribiquete Nationalpark leisten nicht nur einen enorm wichtigen Beitrag dazu, die biologische Vielfalt zu erhalten und nachhaltige Entwicklungsziele zu erreichen. Sie sind zugleich herausragende Beispiele der engen Verbindung zwischen Natur- und Kulturerbe und zeigen eindrucksvoll, wie der Schutz und die Nutzung von Natur durch lokale Gemeinschaften über Jahrtausende erfolgreich realisiert werden kann.

Dies erklärte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), zur Anerkennung der beiden Gebiete.

Bedeutung der Weltnaturerbestätten für Ökosystemleistungen

Die Internationale Naturschutz Union (IUCN) stellte während der Sitzung des Komitees die Ergebnisse eines vom BfN geförderten Forschungsvorhabens vor. Dieses untersuchte den Beitrag von Weltnaturerbe zur Erbringung von Ökosystemleistungen und entwickelte Instrumente zur konkreten Evaluierung dieser Leistungen für Welterbestätten.

Eine globale Analyse aus dem Jahr 2014, ebenfalls im Rahmen eines vom BfN geförderten Projektes, hatte ergeben, dass Weltnaturerbestätten in den Tropen und Subtropen insgesamt 5,7 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Waldbiomasse speichern. Das aktuelle Projekt ermittelte nun, dass Weltnaturerbestätten zusätzlich einen erheblichen Beitrag zur Speicherung von Kohlendioxid in Meeren leisten. Trotz ihrer relativ geringen Anzahl speichern die marinen Weltnaturerbestätten beispielsweise bis zu 7,5 Prozent des weltweit in Mangrovenwäldern gelagerten Kohlenstoffs. Mit ihren Mangroven, Seegras- und Salzwiesen sind sie wichtige Kohlenstoffdioxidsenken.

Diese Studien machen deutlich, welche Bedeutung den UNESCO-Weltnaturerbestätten für die Erbringung von Ökosystemleistungen gerade mit Blick auf den Klimawandel zukommt. Es ist deshalb dringend notwendig, dass Welterbstätten diese Leistungen bewerten und Entscheidungsträgern die Verbindungen zwischen Ökosystemleistungen und menschlichem Wohlergehen vermitteln können. Das aktuelle Vorhaben von IUCN und BfN leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Dies betonte Prof. Beate Jessel.

Hintergrundinformationen zum UNESCO-Welterbe

Die Liste des UNESCO-Welterbes umfasst derzeit 1.073 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte und ein Managementplan, der die Erhaltung des Erbes für aktuelle und zukünftige Generationen sicherstellt. Mit der Einschreibung in die Welterbeliste verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Welterbestätten auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu schützen und somit für künftige Generationen zu bewahren.

Im Bereich UNESCO-Weltnaturerbe begleitet das BfN die deutschen Weltnaturerbestätten fachlich und arbeitet mit internationalen Akteuren bei der Umsetzung des UNESCO-Welterbeübereinkommens zusammen. Deutschland verzeichnet 42 Welterbestätten, darunter im Bereich Naturerbe das Wattenmeer (gemeinsam mit Dänemark und den Niederlanden) und die serielle Stätte "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas" (gemeinsam mit 12 weiteren europäischen Staaten) mit fünf deutschen Teilgebieten (Nationalparke Hainich, Jasmund, Kellerwald-Edersee und Müritz/Teil Serrahn sowie der Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin).

03.07.2018

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