Arbeitskräftemangel und seine Auswirkungen auf den Unterglasanbau
Die Beschaffung von Arbeitskräften stellt für Spezialbetriebe des Unterglasanbaus eine zunehmende Herausforderung dar. Dies wurde bei einem Informationsaustausch zwischen Betrieben und Vertretern des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) am 8. und 9. April 2019 im Raum Papenburg deutlich.
Nicht nur Erntehelfer, sondern auch Techniker und Betriebsnachfolger werden händeringend gesucht.
Dies erklärte Frank Silze, der Vorsitzende der Fachgruppe Jungpflanzen (FGJ) im ZVG. Eine zusätzliche Erschwernis für die Region sei die Konkurrenz durch andere Wirtschaftszweige aus der Industrie.
Forderungen an die Politik und Energiekosten
Die Unternehmer aus Papenburg forderten zudem eine Anpassung der politischen Rahmenbedingungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Gartenbaus zu sichern. Thomas Albers, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland, hob hervor, dass Deutschland im EU-Vergleich die höchsten Strompreise aufweise, was insbesondere im Unterglasanbau zu erhöhten Kosten führe. Er kritisierte, dass aus regenerativen Energien erzeugter Strom zu Spotpreisen an Nachbarländer abgegeben werde, was Wettbewerbsnachteile zur Folge habe.
Albers sprach sich für eine Anpassung der EEG-Umlagen und Steuern sowie für die Förderung von Blockheizkraftwerken (BHKW) im Gemüsebau aus. Weitere Bedenken der Unternehmen betreffen die mangelnde Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln und die geplante Novellierung der Düngeverordnung.
Produktion im Raum Papenburg
Im Raum Papenburg werden verschiedene Kulturen angebaut, darunter Topf- und Schnittkräuter, Gurken, Tomaten, Paprika und Zierpflanzen. Die Papenburger Gartenbauzentrale setzt jährlich 85 Millionen Topfkräuter um. Mit aktuell 35 Millionen verkauften Gurken pro Jahr ist die Gartenbauzentrale nach eigenen Angaben der marktführende Lieferant in Deutschland in diesem Segment.
