Naturschutz

Gesunde Böden im GaLaBau: Ökosysteme schützen und aufbauen

Gesunde Böden sind essenziell für vitale Pflanzen und funktionierende Ökosysteme. Im GaLaBau gewinnen Methoden wie Dynamischer Agroforst und Ganzheitliches Weidemanagement an Bedeutung, um Böden zu schützen und aufzubauen. Diese Ansätze fördern die Humusbildung und tragen zum Erhalt der Biodiversität bei.

Dynamischer Agroforst: Vielfalt, Dichte und Schnitt für den Boden

Die Naturschutzorganisation Naturefund setzt seit 2017 in Wiesbaden Erbenheim auf den Dynamischen Agroforst. Diese Methode integriert Nutz- und Beipflanzen auf derselben Fläche und schafft ein dynamisches Pflanzensystem, das auf den Prinzipien Vielfalt, Dichte und Schnitt basiert.

Es gibt viele Aspekte, wie die Natur von dieser Anbaumethode profitiert, beispielsweise bei der Wiederherstellung von gesundem und nährstoffreichen Boden. Der Rückschnitt wird oft direkt als Mulch genutzt und gibt so dem Boden wichtige Nährstoffe zurück. Daneben schützt die Mulchschicht den Boden vor dem Austrocknen und der Erosion.

Zusätzlich tragen schattenspendende Bäume zur Strukturvielfalt bei und schützen den Boden vor Trockenheit. Die regelmäßige Düngung mit Kompost oder nährstoffangereicherter Pflanzenkohle fördert die Humusbildung. Diese Projekte werden mit Kommunen, Landwirten sowie in Parks und Gärten umgesetzt.

Ganzheitliches Weidemanagement: Humusaufbau durch gezielte Beweidung

Ein weiterer Ansatz zur Bodenverbesserung ist das Ganzheitliche Weidemanagement, das Naturefund mit einer Rinderherde nahe Wiesbaden testet. Hierbei beweiden Rinder eine räumlich begrenzte Fläche nur kurzzeitig, gefolgt von einer langen Ruhephase für die Weide. Dies ahmt natürliche Beweidungsmuster nach.

Durch die zeitlich begrenzte Beweidung wird nur der obere Teil der Grashalme abgefressen. Es bleibt ausreichend Grünmasse erhalten, die durch Photosynthese weiterhin Kohlendioxid aufnehmen kann. Dies regt die Pflanzen an, verstärkt Wurzeln auszubilden, um den oberirdischen Biomasseverlust zu kompensieren. Das Ganzheitliche Weidemanagement verbessert so den Humusgehalt im Boden und trägt zum Wiederaufbau degradierter Böden bei.

Der Boden als unterschätztes Ökosystem und Kohlenstoffspeicher

Diese Methoden tragen nicht nur zum Schutz und Erhalt von Graslandschaften bei, sondern schaffen auch Lebensraum für Biodiversität und fördern den Boden als wichtigen Kohlenstoffspeicher. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass der Boden ein bislang unterschätztes Ökosystem ist. Er beherbergt schätzungsweise 60 % aller bekannten Arten auf dem Planeten, von Mikroben über Pilze bis hin zu Säugetieren. Die biologische Vielfalt des Bodens wird als doppelt so groß eingeschätzt wie früher angenommen.

Pilze stellen mit 90 % den größten Anteil der im Boden lebenden Arten dar, gefolgt von Pflanzenwurzeln mit 86 %. Regenwürmer und Weichtiere wie Schnecken machen etwa 20 % aus.

Regenwürmer als Indikatoren für Bodengesundheit

Der Regenwurm gilt als wichtiger Indikator für gesunden Boden und ist ein Hauptproduzent von Dauerhumus. Er gräbt und frisst organisches Material, das er unter die Erde zieht. Dadurch belüftet und vermischt er den Boden, schafft Hohlräume und verbessert die Wasserspeicherfähigkeit sowie die Sauerstoffversorgung. In gesunden Böden, wie sie durch die genannten Methoden entstehen, finden Regenwürmer reichlich Nahrung und optimale Lebensbedingungen.

04.12.2023

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