Bauhöfe - Baustelle, Baustoffe & Materialien

Rechtliche Aspekte und technische Herausforderungen bei Feinsteinzeug im GaLaBau

Das tubag Update GaLaBau beleuchtete rechtliche und technische Fragen zur Verwendung von Feinsteinzeug als Terrassenbelag. Die mechanischen Eigenschaften dünner Platten stellen eine Herausforderung dar, insbesondere unter thermischen und witterungsbedingten Einflüssen. Dies kann zu Mängelrügen führen.

Rechtliche Fallstricke im Pflasterbau: „Vorsicht Gutachter“

Bernd Burgetsmeier, vereidigter Sachverständiger für den Straßenbau im Fachbereich Pflasterbau, referierte unter dem Titel „Vorsicht Gutachter“. Er wies darauf hin, dass im Pflasterbau verschiedene Gewerke wie Garten-, Landschafts- und Straßenbauer, Fliesenleger und Steinmetze zusammenwirken. Unterschiedliche Sichtweisen und über 70 relevante Regelwerke führten oft zu abweichenden Bewertungen in Gutachten.

Burgetsmeier riet den Teilnehmern, sich bei Streitfällen aktiv einzubringen und sich intensiv mit dem Beweisbeschluss zu befassen. Dieser sei das wichtigste Instrument im Gerichtsstreit. Er appellierte an die Teilnehmer, Einfluss auf die Beweisfragen zu nehmen, unabhängig davon, ob sie Kläger oder Beklagter sind. Kläger sollten die Problematik detailliert schildern, Beklagte entlastende Fakten vorbringen. Unbelegbare, einseitige mündliche Abreden sollten vermieden werden.

Auffassungen, die von Gerichtsgutachten abweichen, sollten durch belegbare Zitate aus Regelwerken, Fachbüchern oder Herstellerangaben untermauert und als Ergänzungsfragen vorgebracht werden. Ausforschungsanträge zur Beweisführung vager Vermutungen seien unzulässig.

Feinsteinzeug im Garten- und Landschaftsbau: Systemlösungen und Forschung

Die tubag Projektmanager befassten sich mit fachpraktischen Fragen zur Verlegung von Feinsteinzeug. Terrassenbeläge aus großformatigen Keramiken sind aufgrund ihrer Optik gefragt. Trotz steigender Marktanteile existiert derzeit kein spezifisches Regelwerk für diesen Baustoff im GaLaBau.

Die quick-mix Gruppe, zu der tubag gehört, erforschte das Zusammenspiel von mechanischem Verhalten, thermischen und witterungsbedingten Einflüssen mittels Labortechnik. In einer Klimakammer wurden Bewitterungsfolgen bei verschiedenen Verlegearten durch Hitze-Regen- und Hitze-Kälte-Zyklen simuliert. Zusätzlich wurden Druck-, Biegezug- und Haftzugfestigkeit getestet.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Keramikplatte mit Bettungsmörtel, Haftschlämme und Fugenmörtel ein funktionierendes System bilden muss. Als Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit bietet tubag eine modulare Systemlösung an. Diese umfasst den tubag PFK Pflasterfugenmörtel für wasserdurchlässige Fugen und den tubag Pflasterfugenmörtel PFN für wasserundurchlässige Fugen. Ergänzt wird dies durch die trassvergütete und naturweiße tubag Trass-Haftschlämme TNH-flex. Als Bettung dient der wasserdurchlässige und kapillarbrechende tubag Trass-Grobkornmörtel TGM, der eine optimale Unterlüftung gewährleistet.

Für eine dauerhafte und fachgerechte Verlegung sind Details bei der Ausführung entscheidend. Die Haftschlämme muss vollflächig unter der gesamten Platte aufgezahnt werden, um einen guten Haftverbund zu erzielen. Anwendungstechniker Wolfgang Schmitt demonstrierte diese und weitere Besonderheiten im Praxisteil der Seminarreihe.

Die Teilnehmer lobten die Anwenderorientierung und den Theorie-Praxis-Transfer. Gärtnermeister Maik Lindhorst resümierte, dass der Fokus auf konkreten Fragestellungen aus der Praxis lag. Viele Teilnehmer haben sich bereits für das Update GaLaBau 2018 vorgemerkt, das sich unter anderem der Verlegung von Natursteinen und der Vermeidung von Schäden bei gebundener Bauweise widmen wird.

24.05.2017

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