Die Grüne Stadt

Urban Gardening in der Metropolregion Nürnberg: Anbausysteme und Erträge

Die LWG Veitshöchheim untersuchte im Projekt „Urban Gardening in der Metropolregion Nürnberg“ verschiedene Anbausysteme für den Gemüseanbau im städtischen Raum. Unscheinbare Grünflächen in Fürth und Erlangen dienten dabei als Demonstrationsflächen.

Erprobte Anbausysteme und ihre Ergebnisse

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim untersuchte im Rahmen des Projekts „Urban Gardening in der Metropolregion Nürnberg“ verschiedene Anbausysteme für den Gemüseanbau im städtischen Raum. Unscheinbare Grünflächen in Fürth und Erlangen dienten dabei als Demonstrationsflächen.

In den Demonstrationsgärten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Fürth und Erlangen wurden unterschiedliche Methoden erprobt. Dazu gehörten der Anbau in Kisten, Hochbeeten und Wasserbeeten (Deep Water Culture) sowie vertikale Systeme für den Gemüseanbau an Wänden.

Herausforderungen und Erfolge im Sommer

Die Sommermonate waren durch anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen geprägt, was den Gemüseanbau in der Stadt erschwerte. Eine intensive Bewässerung war notwendig, um zufriedenstellende Ernten zu erzielen. Automatische Bewässerungssysteme in Hochbeeten erwiesen sich dabei als vorteilhaft, da sie eine gleichmäßige Wasserversorgung und einen effizienten Einsatz des Wassers ermöglichten.

Sonnenliebende Fruchtgemüse wie Tomaten, Auberginen, Paprika und Chilis profitierten von den Bedingungen und lieferten frühzeitig reiche Erträge. Besonders ertragreich zeigten sich Süßkartoffeln, die aufgrund ihres hohen Wärmebedarfs und ihrer langen Vegetationszeit optimale Bedingungen vorfanden.

Erträge bis in den Herbst

Der milde Oktober ohne nennenswerte Nachtfröste erlaubte es Auberginen, Paprika und Tomaten, weiterhin zu gedeihen. Die Cocktailtomate „Romeo“, das „Gemüse des Jahres 2018“, überzeugte im Hochbeet mit hohen Erträgen und zeigte sich resistent gegenüber Kraut- und Braunfäule. Bis Ende Oktober konnten in Kisten, Kübeln, Hochbeeten und Säcken noch Sellerie, Rote Bete, Mangold, Kürbis und Zucchini geerntet werden.

Salate und Kräuter aus hydroponischen Systemen konnten aufgrund der günstigen Witterung bis Anfang November geerntet werden.

Ganzjähriger Anbau und Wintergemüse

Während die Wasserbeete im November in die Winterpause gingen, wurden Hochbeete und Kisten weiterhin genutzt. Einige Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie überwintern im Freien. Mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian oder Rosmarin können in milden Wintern, begünstigt durch das städtische Klima, ebenfalls überdauern.

Auch an der Wand des AELF in Erlangen wurde Gemüse angebaut. Im Sommer 2018 wuchsen dort Kohlrabi, Salate, Petersilie, Fenchel und Tomaten in einem professionellen Vlies-System sowie in einem „Do-It-Yourself-Palettengarten“. Die Bewässerung der begrünten Wand stellte im trockenen und heißen Sommer eine Herausforderung dar. Dennoch war eine rückenfreundliche Ernte bis Oktober möglich.

Für den Vitaminnachschub im Herbst und Winter sorgen „Winterkünstler“. Wintergemüse wie Palmkohl, Mangold und Spinat sowie verschiedene Salate können noch im November und bis zu den ersten Frösten geerntet werden. Grünkohl benötigt leichten Frost, um Bitterstoffe abzubauen. Traditionelle Herbstsalate wie Endivien, Chinakohl oder Zuckerhut eignen sich zur Ernte bis Ende November oder Anfang Dezember.

Winter-Radicchio und Feldsalat können an frostfreien Tagen auch im Winter und Frühjahr bis in den März hinein geerntet werden.

18.11.2018

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