Die Grüne Stadt

Urban Gardening in Erlangen: Präsentationsfläche für Gemüseanbau in der Stadt eröffnet

Die neue Urban-Gardening-Präsentationsfläche in Erlangen zeigt, wie sich selbst auf kleinen oder versiegelten Flächen Gemüse und Kräuter anbauen lassen. Mobile Hochbeete, vertikale Begrünungssysteme und Hydroponik sollen Bürgern praxisnahe Lösungen für mehr Stadtgrün und nachhaltigen Eigenanbau vermitteln.

Urban Gardening zeigt neue Möglichkeiten für Gemüseanbau auf kleinem Raum

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth hat gemeinsam mit der Bayerischen Gartenakademie und dem Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Erlangen eine neue Präsentationsfläche zum Thema Urban Gardening eröffnet.

Auf dem Außengelände des Alten Forstamts in der Universitätsstraße wird gezeigt, wie sich auch auf versiegelten oder kleinen Flächen Gemüse und Kräuter anbauen lassen. Ziel des Projekts ist es, praxisnahe Lösungen für den urbanen Gemüseanbau vorzustellen und das Interesse am Gärtnern in der Stadt zu fördern. :contentReference[oaicite:0]{index=0}

Gemüseanbau auf kleinem Raum

Zur Eröffnung betonte Dr. Pröbstle, stellvertretender Leiter des AELF Fürth, die Bedeutung grüner Flächen im urbanen Umfeld.

„Wir wollen zeigen, dass es auch in einer engen Stadt möglich ist, Gemüse anzubauen und Natur zu erleben.“

Auch Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik sieht in den vorgestellten Konzepten Potenzial für die Stadtentwicklung. Die gezeigten Methoden könnten nach seiner Einschätzung eine Antwort auf den zunehmenden Flächenverbrauch darstellen.

Unter dem Motto „Schauen wie’s wächst“ steht die Fläche den Bürgerinnen und Bürgern in den Gartensaisons 2018 und 2019 offen. Ergänzend sind Workshops und Führungen rund um den Gemüseanbau auf Balkon, Terrasse oder in Gemeinschaftsgärten geplant.

Mobile Systeme und Kistengärten

Ein Schwerpunkt der Präsentation liegt auf mobilen und platzsparenden Anbausystemen. Gezeigt werden unter anderem Hochbeete, Pflanzkübel, Pflanzsäcke und sogenannte Kistengärten.

Bereits auf weniger als einem halben Quadratmeter lassen sich dort Gemüsearten wie Kohlrabi, Salate, Radieschen oder Spinat kultivieren. Auch Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Dill eignen sich für diese Form des urbanen Gärtnerns.

„Diese mobilen Systeme eignen sich besonders gut für den kleinen Studentenbalkon oder auch für die Fensterbank, sodass vor allem junge Leute wieder Lust aufs Gärtnern bekommen“, erklärte Dr. Andreas Becker von der Bayerischen Gartenakademie.

Vertikale Begrünung und Pflanztürme

Ein weiterer Schwerpunkt sind vertikale Begrünungssysteme. An verschiedenen Wandkonstruktionen wird gezeigt, wie Gemüse auch an Fassaden angebaut werden kann.

Die sogenannten „Living Wall Systems“ ermöglichen laut den Projektbeteiligten die Nutzung von Hauswänden als essbare Klimahüllen. Dadurch lassen sich nicht nur kurze Transportwege realisieren, sondern auch positive Effekte auf das Mikroklima von Gebäuden erzielen.

Zusätzlich werden platzsparende Pflanztürme vorgestellt, die über spiralförmig verlegte Tropfschläuche bewässert werden.

Hydroponik als Alternative auf versiegelten Flächen

Auf der Präsentationsfläche werden außerdem hydroponische Anbausysteme präsentiert. Dabei wachsen Pflanzen ohne Erde direkt in einer Nährlösung.

Insbesondere Salate und Kräuter eignen sich laut den Projektverantwortlichen für diese Form des Anbaus. Die Pflanzen wachsen sauber und können direkt verarbeitet werden.

Durch Pumpensysteme wird die Nährlösung kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt. Das Verfahren gilt vor allem für versiegelte Flächen in Städten als interessante Option.

Regionale Jungpflanzen und verschiedene Hochbeetvarianten

Zu sehen sind zudem klassische Hochbeete mit mehrschichtigem Aufbau aus Reisig, Kompost und Gartenerde sowie mobile Varianten auf Palettenbasis.

Die verwendeten Jungpflanzen stammen aus regionalen Gärtnereien. Vertreten wurde der Berufsstand bei der Eröffnung durch die Interessengemeinschaft „Ihre RegionalGärtnerei“.

04.05.2018

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