Die Grüne Stadt

Die Bedeutung des Waldes und die Rolle der Baumschulen

Wälder sind für das Leben auf der Erde von entscheidender Bedeutung. Sie speichern Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Doch der Klimawandel bedroht sie. Baumschulen spielen eine wichtige Rolle bei der Aufforstung und dem Erhalt dieser wertvollen Ökosysteme.

Wälder: Unersetzliche Leistungen für Klima und Umwelt

Deutschland ist von Natur aus ein Waldland; ein großer Teil der Bundesfläche wäre ohne menschliches Zutun bewaldet. Aktuell sind rund 31 Prozent der Bundesfläche Wald. Der größte Anteil (44 %) des deutschen Waldes befindet sich in Privatbesitz. Der verbleibende Teil ist entweder Staatswald, also in Landesbesitz, oder Körperschaftswald, der vor allem Städten und Gemeinden gehört.

Ein Hektar Wald filtert durchschnittlich etwa 10 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Die Menge, die ein einzelner Baum absorbieren kann, hängt von der Baumart, der Holzdichte, dem Alter und dem Standort ab. Eine 100 Jahre alte, etwa 35 Meter hohe Fichte mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern filtert rund 2,6 Tonnen CO2. Eine 120-jährige, 35 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern speichert fast eine Tonne Kohlendioxid mehr, bedingt durch ihre höhere Holzdichte.

Hinsichtlich der Sauerstoffproduktion erzeugt eine 25 Meter hohe Buche etwa so viel Sauerstoff, wie drei Menschen zum Atmen benötigen. Grundsätzlich produzieren Nadelbäume mehr Sauerstoff als Laubbäume und junge Bäume mehr als alte. Darüber hinaus bieten Wälder Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. In mitteleuropäischen Buchenwäldern beispielsweise leben etwa 4.300 Pflanzen- und Pilzarten sowie über 6.700 Tierarten; je naturbelassener der Wald, desto artenreicher ist er.

Die Rolle des Waldes im urbanen Raum

Wälder interagieren sowohl lokal als auch global eng mit dem Klima. Global tragen sie maßgeblich zur Sauerstofferzeugung und Kohlenstoffspeicherung bei, was die zahlreichen Aufforstungsprojekte von Umweltschutzorganisationen erklärt. Lokal wirken Wälder ausgleichend auf das Kleinklima ihrer Umgebung. Diese regulierende Funktion von Wäldern und Parks ist besonders in der Nähe von Städten und Ballungsgebieten von großer Bedeutung, da dort die Luftbelastung hoch ist.

Stadtwälder spielen daher eine wichtige Rolle. Bäume und Waldböden fungieren als Filter, Sauerstoffproduzenten und Wasserspeicher. Viele Städte bezeichnen ihre größeren Grünflächen als „Grüne Lunge“. Zu den bekannten Stadtwäldern in Deutschland zählen der Tiergarten und der Grunewald in Berlin, der Frankfurter Stadtwald sowie die Dresdner und Rostocker Heide. Auch kleinere Städte verfügen über ausgedehnte Waldflächen.

Ein Beispiel ist Villingen-Schwenningen, das mit über 6.000 Hektar Waldfläche zu den größten kommunalen Waldbesitzern Deutschlands gehört und durch die Landesgartenschau 2014 bekannt wurde. Kommunen legen noch stärker als private Waldbesitzer Wert auf den Nutzen für die Allgemeinheit. Waldfunktionen wie Natur- und Landschaftsschutz, Luftfilterung, Trinkwasser- und Lärmschutz sowie Boden- und Klimaschutz werden als Aspekte der Lebensqualität nachhaltig entwickelt. Entsprechend gibt es in diesen Gebieten zahlreiche waldnahe Freizeitangebote wie Naturlehrpfade, Waldkindergärten und -schulen sowie spezielle Trimm-Dich-Pfade.

Baumschulen als Partner für den Forst

Deutsche Baumschulen kultivieren auf einer Fläche von über 22.000 Hektar Laub-, Wild-, Nadel-, Obst- und Forstgehölze, um unterschiedlichen Kundenanforderungen gerecht zu werden. Alle Bäume, auch die im Wald, stammen aus professioneller Anzucht in Baumschulen. Das Gesamtsortiment der deutschen Baumschulbranche umfasst etwa 300.000 Artikel in rund 17.000 Gehölzarten und -sorten, die in verschiedenen Größen und Anzuchtformen angeboten werden.

Selbstverständlich kann nicht jeder der circa 1.000 BdB-Mitgliedsbetriebe alle Artikel vorrätig halten, doch in den meisten Betrieben finden private, gewerbliche und öffentliche Kunden ein umfassendes Angebot an Gehölzen vor.

Dabei spezialisieren sich die Unternehmen auf den Einzel-, Großhandel und/oder Export oder wieder andere haben sich auf die reine Produktion ausgerichtet. Die Vielfalt der Gehölzsortimente spiegelt sich in der Spezialisierung der Baumschulbetriebe wider. Am breitesten aufgestellt sind die sogenannten Sortimentsbaumschulen, die verschiedenste Gehölze heranziehen. Daneben gibt es spezialisierte Baumschulen, die für bestimmte Sortimente bekannt sind. Forstbaumschulen widmen sich beispielsweise der Kultur von Nadel- und Laubbäumen für die Aufforstung. Hochbaumschulen kultivieren Ziergehölze, einschließlich Hochstämme für private Gärten sowie für Städte und Gemeinden.

26.06.2015

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