Naturschutz

Vogelsberg in Bundes-Förderprogramm „chance.natur“ aufgenommen

Der Vogelsberg wurde in das Bundes-Förderprogramm „chance.natur“ aufgenommen. Die erste Phase des Naturschutzgroßprojektes hat begonnen, um die biologische Vielfalt der Region zu erhalten und zu fördern. Dies unterstreicht die Bedeutung des Vogelsbergs für den Naturschutz in Deutschland.

Startschuss für das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg

Die erste Phase des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg hat begonnen. Am 13. Dezember 2010 übergaben die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Professorin Beate Jessel, und die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich den Förderbescheid für die Planungsphase an den Verein Natur- und Lebensraum Vogelsberg e.V. als Projektträger. Diese erste Phase läuft bis Oktober 2013 und beinhaltet die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans. Hierfür sind Gesamtkosten von rund 790.000 Euro veranschlagt.

Der Vogelsberg hat eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt in ganz Deutschland. Das unterstreichen wir mit der heutigen Bescheidübergabe eindrucksvoll.

Dies erklärte Umweltministerin Lucia Puttrich. Sie betonte, dass der Start dieses Naturschutzprojekts auch für die landwirtschaftlichen Betriebe von Bedeutung sei. Nur durch die Zusammenarbeit mit diesen Betrieben könne die durch Landnutzung geprägte Kulturlandschaft langfristig erhalten werden.

Professorin Beate Jessel vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) äußerte die Erwartung, dass die Fördermittel nicht nur Arten wie Arnika und Raubwürger zugutekommen. Auch die Attraktivität und Bedeutung der Buchenwälder sollen aufgewertet und die blütenreichen Bergwiesen erhalten werden. Jessel ergänzte, dass davon die gesamte Region und insbesondere der Tourismus profitieren werden.

Das Land Hessen würdigte das Engagement der lokalen Bevölkerung, die das Projekt initiiert hat. Umweltministerin Puttrich sah darin ein Signal, auch in anderen Bereichen die Entwicklung des ländlichen Raums voranzutreiben.

Einzigartige Naturlandschaft im Fokus

Der Vogelsberg ist das größte zusammenhängende Basaltmassiv Mitteleuropas und zeichnet sich durch charakteristische Biotoptypen aus. Dazu gehören großflächige Buchenmischwälder und Bergmähwiesen in den Hochlagen, ergänzt durch Feuchtwiesen und Borstgrasrasen, die von bundesweiter Bedeutung sind. Die Vielfalt dieser Mittelgebirgslandschaft zeigt sich auch in der Anzahl bedrohter Arten und Pflanzengesellschaften.

In den sieben ausgewiesenen Kerngebieten wurden 225 Arten der Roten Liste des Bundes sowie 36 bundesweit bedrohte Pflanzengesellschaften nachgewiesen. Diese Vielfalt ist jedoch zunehmend bedroht.

Da die Pflege der Bergmähwiesen immer unattraktiver geworden ist, sollen über den Projektzeitraum hinaus tragfähige, innovative und beschäftigungswirksame Maßnahmen entwickelt werden. Damit soll der naturnahe Lebensraum Vogelsberg im Einvernehmen mit den Landnutzern, wie Land-, Forst- und Wasserwirtschaft langfristig erhalten und gestaltet werden. Insbesondere gilt es auch, im Zusammenhang mit der Erhaltung und Entwicklung des reichen Artenspektrums Arbeitsplätze zu sichern und die regionalen Wertschöpfungsketten zu verbessern.

Dies erklärte Karl-Peter Mütze, Vorsitzender des Vereins Natur- und Lebensraum Vogelsberg e.V. Bis Oktober 2013 wird ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet. Dieser wird durch die Ergebnisse einer sozio-ökonomischen Analyse ergänzt, die Aufschluss darüber gibt, wie landwirtschaftliche Betriebe der Region an der naturschutzorientierten Nutzung des Grünlandes mitwirken können.

Finanzierung und Zusammenarbeit

Für die Phase I des Projektes sind Gesamtkosten von rund 790.000 Euro vorgesehen. Der Bund trägt 65 %, das Land 25 % und der Projektträger 10 % der Kosten. Für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes ist die Mitarbeit aller regionalen Akteure erforderlich, um eine breite Akzeptanz für den Pflege- und Entwicklungsplan zu gewährleisten.

Das Bundesförderprogramm „chance.natur“ fördert und sichert repräsentative Landschaften Deutschlands, wenn akute Gefährdungen vorliegen und Kriterien wie Großflächigkeit, Naturnähe und Beispielhaftigkeit erfüllt sind. Seit 1979 konnten auf diese Weise 76 Gebiete mit rund 400 Millionen Euro gesichert werden.

14.12.2010

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Konstantinstr. 110
53179Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 8491-0
Fax:+49 228 8491-9999

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