Standortgerechte Bepflanzung: Der Boden als Fundament
Die Wahl der passenden Pflanzen für einen Garten hängt maßgeblich von den spezifischen Standortbedingungen ab. Eine standortgerechte Bepflanzung orientiert sich an den natürlichen Lebensräumen der Gewächse, um deren optimale Entwicklung zu gewährleisten. Dies umfasst Faktoren wie Lichtverhältnisse, Feuchtigkeit und insbesondere die Beschaffenheit des Bodens.
Thomas Büchner vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) betont, dass Pflanzen sich am wohlsten fühlen, wenn die Bedingungen im Garten ihrem natürlichen Lebensraum nahekommen. Ein Beispiel hierfür sind Funkien (Hosta), die in kühl-feuchten Bergwäldern heimisch sind und ähnliche Verhältnisse im Garten benötigen. Im Gegensatz dazu bevorzugt Lavendel (Lavandula angustifolia), der aus mediterranen Küstenregionen stammt, trockene und warme Bedingungen.
Bodenbeschaffenheit als entscheidender Faktor
Die Ansprüche der Pflanzen an den Boden sind vielfältig und ebenfalls eng mit ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet verbunden. Der Kerzen-Knöterich (Bistorta amplexicaulis), ursprünglich in schattigen Wiesen und Wäldern des Himalayas beheimatet, gedeiht am besten auf feuchtem, lehmigem Boden. Der Teppichphlox (Phlox subulata) hingegen, der in den nördlichen USA auf humusarmen Ödlandflächen vorkommt, benötigt einen sandigen Untergrund.
Um den Bodentyp im eigenen Garten zu bestimmen, gibt es verschiedene Ansätze. Thomas Büchner weist darauf hin, dass sogenannte Zeigerpflanzen erste Hinweise liefern können. Ein hoher Bestand an Kriechendem Hahnenfuß deutet beispielsweise auf verdichtete Erde hin, die zu Staunässe neigt. Eine einfache Fühlprobe kann ebenfalls erste Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit geben.
Kleine Bodenkunde: Sand, Lehm und Ton
Böden lassen sich grob in drei Hauptgruppen einteilen:
- Leichter Sandboden: zeichnet sich durch eine große Körnigkeit aus.
- Mittlerer Lehmboden: besitzt einen hohen Schluffanteil.
- Schwerer Tonboden: ist durch eine feine Körnigkeit gekennzeichnet.
Für eine Fühlprobe wird etwas angefeuchtete Erde zwischen Daumen und Zeigefinger zerrieben. Sandiger Boden fühlt sich körnig an, lässt sich nicht formen und bröselt auseinander. Die Hand bleibt dabei sauber. Schwerer Tonboden hingegen ist sehr fein, fühlt sich fast fettig an, ist gut formbar und klebt stark an der Hand. Lehmboden liegt in seinen Eigenschaften zwischen diesen beiden Extremen.
Eigenschaften und Auswirkungen der Bodentypen
Die Beschaffenheit des Bodens beeinflusst seine „Fähigkeiten“ und damit die Wachstumsbedingungen für Pflanzen. Leichte, sandige Böden sind sehr durchlässig und gut durchlüftet, speichern jedoch kaum Nährstoffe und Wasser. Sie können an heißen Tagen schnell austrocknen und sich stark erwärmen. Für solche Böden eignen sich Pflanzen, die an nährstoffarme, trockene Bedingungen gewöhnt sind, wie beispielsweise mediterrane Gewächse.
Tonige Böden sind oft stark verdichtet und luftundurchlässig, was ihre Bearbeitung erschwert und das Wurzelwachstum behindern kann. Sie speichern Wasser und Nährstoffe sehr gut, neigen aber zu Staunässe. Die meisten Gartengewächse bevorzugen einen mittleren Lehmboden, da hier Wasser, Luft und Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sind.
Die goldene Mitte gefällt den meisten Gartengewächsen am besten, denn Wasser, Luft und Nährstoffe sind hier weder zu viel noch zu wenig vorhanden.
Professionelle Unterstützung im Garten- und Landschaftsbau
Neben der groben Bodentypisierung spielen weitere Faktoren wie der Gehalt organischer Substanzen, der pH-Wert sowie der Nähr- und Mineralstoffgehalt eine Rolle. Für eine fundierte Planung und Gestaltung des Gartens empfiehlt Thomas Büchner die Zusammenarbeit mit einer Landschaftsgärtnerin oder einem Landschaftsgärtner.
Am besten holt man sich bei der Planung und Gestaltung des Gartens eine Landschaftsgärtnerin oder einen Landschaftsgärtner mit ins Boot. Sie kennen sich mit standortgerechter Bepflanzung bestens aus und wissen, wie sie dem Boden seine „Geheimnisse“ entlocken. Deshalb können sie ihn im Bedarfsfall auch verbessern, damit sich die Lieblingspflanzen der Gartenbesitzerinnen und -besitzer dort wie zuhause fühlen. So kann man sicher sein, dass sich die Gewächse im Garten bestens entwickeln – und das sogar ohne viel Pflege und großen Aufwand.


