Die Grüne Stadt

ELCA wirbt in Brüssel für mehr urbanes Grün

Die European Landscape Contractors Association (ELCA) fordert in Brüssel eine stärkere Berücksichtigung von Grünflächen in Städten. Investitionen in urbanes Grün zahlen sich aus und steigern die Attraktivität von Städten. Die ELCA signalisiert Bereitschaft zur Mitwirkung an der Umsetzung von EU-Vorschlägen.

ELCA-Vizepräsident fordert Anerkennung städtischer Grünflächen als Daseinsvorsorge

Lutze von Wurmb, Vizepräsident der European Landscape Contractors Association (ELCA), hat sich auf einer Konferenz im Europäischen Parlament in Brüssel für eine stärkere Berücksichtigung von Grünflächen in Städten eingesetzt. Die Veranstaltung, organisiert von der Arbeitsgruppe „Klimawandel, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung“ des Europäischen Parlaments, thematisierte Klimawandel, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung.

Vor über 150 Teilnehmern, darunter hochrangige Beamte der EU-Kommissionen für Umwelt, Landwirtschaft, Forschung und Innovation sowie Vertreter des Europaparlaments, forderte von Wurmb, die Planung, Ausführung und Pflege städtischer Grünflächen als Grundanliegen der Daseinsvorsorge anzuerkennen. Er betonte, dass urbanes Grün gleichrangig mit anderen öffentlichen Belangen wie Verkehrssystemen, Telekommunikations- und Energieinfrastruktur, Bildungseinrichtungen oder Kunst im öffentlichen Raum behandelt werden müsse.

Trotz angespannter Haushaltslagen in vielen Kommunen dürfe die Anlage und Pflege hochwertiger Grünanlagen nicht vernachlässigt werden. Von Wurmb hob hervor, dass sich Investitionen in Grünflächen auszahlen.

Grün rechnet sich.

Qualitativ angelegte und gepflegte Grün- und Freiflächen steigerten die Attraktivität einer Stadt und seien eine Grundlage für eine wirtschaftlich gesunde kommunale Entwicklung.

Hochwertiges urbanes Grün ist ein wert- und imagesteigernder Faktor im Wettbewerb um die Ansiedlung von Unternehmen und Beschäftigen. Die Städte sollten die Chancen, die urbanes Grün bietet, besser nutzen.

Investitionen in städtische Parks, grüne Schneisen, Dachbegrünungen oder Grün an Fahrbahnrändern könnten zusätzliche Aufwände zur Reduktion von Feinstaub oder zur Bekämpfung des Wärmeinsel-Effekts überflüssig machen. Zudem könnten Hochwasserschäden und daraus resultierende Reparaturen gemildert werden.

Der ELCA-Vizepräsident begrüßte den Vorschlag der EU-Kommission vom Mai 2013, der die notwendigen Handlungsfelder für eine grüne Infrastruktur aufzeigt, und signalisierte die Bereitschaft der ELCA zur Mitwirkung an der Umsetzung dieser Vorschläge.

Von Wurmb appellierte an Politik und Verwaltung, den Ausbau von Grünanlagen voranzutreiben.

Die Stadt der Zukunft braucht mehr lebendiges Grün.

Er betonte die Notwendigkeit, die umweltorientierte Forschung im Bereich Bau und Vegetation auszubauen, um die Bedeutung von Grün zu belegen und besser zu nutzen. Die Anerkennung der Notwendigkeit von Finanzierungsmöglichkeiten für die Erforschung und innovative Entwicklung grüner Infrastruktur durch die EU-Kommission im Programm „Horizont 2020“ und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung wurde positiv aufgenommen.

Dabei gehe es um die Erforschung intelligenter und effizienter Gebäude aus neuen Materialien mit ökologischen Merkmalen wie begrünten Dächern und Wänden sowie deren ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Nutzen.

Es ist wichtig, dass umweltorientierte Forschung in den Bereichen Bau und Vegetation vorangetrieben wird, um Antworten auf die drängenden Fragen der kommenden Jahrzehnte zu finden, denn Klimawandel, Gesundheit, Wassermanagement, Artenvielfalt und die Gestaltung von Freiflächen sind die Themen der Zukunft.

Er hob auch die Bedeutung der Initiative Grüne Stadt hervor, die in mehreren europäischen Ländern die Lebensqualität in Städten durch mehr öffentliches und privates Grün verbessern möchte.

Wir arbeiten intensiv daran, dass sich all diese Einsichten in ganz Europa durchsetzen und dann in konkretes politisches Handeln münden.

Die Vorschläge der ELCA stießen bei der EU-Kommission auf positive Resonanz. Pia Bucella, Direktorin „Naturkapital“ in der Generaldirektion Umwelt, betonte, dass grüne Infrastruktur nicht nur Landschaften, Grasland und Wälder umfasse, sondern auch das städtische Grün. Der Ausbau grüner Infrastruktur in Städten und Gemeinden sei besonders wichtig für die Bürger.

Kurt Vandenberghe, Direktor „Umwelt“ in der Generaldirektion Forschung und Innovation, ergänzte:

Wir müssen das lebendige Grün verstärkt in die Städte bringen.

Er lobte die „sehr interessanten, praktikablen Vorschläge“ der Landschaftsgärtner. Auch Struan Stevenson, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Klimawandel, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung“ des Europäischen Parlaments, bewertete die Empfehlungen der ELCA positiv.

Die Konferenz war für uns Mitglieder des Europaparlaments sehr wertvoll, da sie uns viele Anregungen und Neuigkeiten vermittelt hat, die wir für die parlamentarische Arbeit gebrauchen können. Ich weiß jetzt, dass Grün nicht nur Dekoration sein darf, sondern wichtige Aufgaben erfüllt.

Die ELCA vertritt die Interessen der GaLaBau-Branche auf europäischer Ebene. Sie vereint 21 nationale Verbände des GaLaBaus sowie fünf weitere Partnerverbände und repräsentiert über 80.000 Betriebe.

27.09.2013

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