Gestaltungsmöglichkeiten im Wintergarten
Auch in den kälteren Monaten des Jahres bietet der Vorgarten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und Naturerlebnisse. Während die Hauptnutzungszeit des Gartens in der Regel im Frühling bis Herbst liegt, lädt der Vorgarten auch im Spätherbst und Winter zu einer genaueren Betrachtung ein. Er wird täglich genutzt und bietet die Möglichkeit, Details der winterlichen Natur zu entdecken.
Fabelhafte Formen und Farben
In der kalten Jahreszeit rücken die Formen und Strukturen der Pflanzen in den Vordergrund, während Blüten seltener sind. Gräser, ob wintergrün oder mit trockenem Laub, zeigen sich nun von ihrer besten Seite. Ihre Halme und Blütenstände wiegen sich im Wind, erzeugen leise Geräusche und bieten Insekten Unterschlupf.
Auch bei Laubgehölzen lohnt sich jetzt der Blick aufs Detail. Denn im blattlosen Zustand offenbaren einige Gehölze eindrucksvolle Wuchsformen und interessante Rinden.
Dies erklärt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. Beispiele hierfür sind die Zwerg-Korkenzieher-Hasel (Corylus avelana „Twister“) mit ihren gedrehten Zweigen, der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) mit seiner auffällig rot gefärbten Rinde und der Korkflügelige Spindelstrauch (Euonymus alatus), der ausgeprägte Korkflügel an seinen Ästen aufweist.
Beeindruckende Blüten und dezenter Duft
Trotz Regen und Frost gibt es auch im Winter blühende Pflanzen. Die immergrüne Schneeheide (Erica carnea) zeigt je nach Sorte bereits im Dezember ihre glockenförmigen Blüten, die bis in den April hinein blühen können. Die Zaubernuss (Hamamelis) entwickelt im Winter fadenförmige Blüten in Gelb-, Orange- oder Bordeauxrottönen, teilweise schon ab Anfang Januar.
Der Duftschneeball (Viburnum farreri), auch als Zwergstrauch für kleinere Vorgärten erhältlich, zeichnet sich durch rosafarbene Blüten und einen dezenten Duft aus.
Farbprächtige Früchte statt tristem Einheitsgrau
Einige Gehölze tragen im Winter leuchtende Früchte, die nicht nur optisch ansprechend sind, sondern auch überwinternden Vögeln als Nahrungsquelle dienen.
Viele vogelfreundliche Gehölze sind leider zu groß für kleine Flächen und machen sich eher im Garten hinter dem Haus gut. Dennoch finden sich auch im Vorgarten Möglichkeiten, ihn für Vögel einladend zu gestalten. So sind die Früchte einiger Heckenpflanzen äußerst nahrhaft für die Tiere, zugleich bietet deren dichtes Geäst wichtige Rückzugsorte.
Landschaftsgärtner empfehlen hierfür beispielsweise den Gewöhnlichen Liguster (Ligustrum vulgare) oder Weißdorn (Crataegus monogyna). Auch viele Immergrüne, die das ganze Jahr über Farbe bieten, werden von Vögeln als sichere Verstecke genutzt. Dazu gehören die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), die zum Baum des Jahres 2021 gewählt wurde, und die Eibe (Taxus baccata) mit ihren roten Beeren.
Unter den Blühsträuchern gibt es ebenfalls Arten, die im Herbst und Winter schmückende und nahrhafte Früchte ausbilden, wie die einfachblühenden Hunds- und Kartoffel-Rosen (Rosa canina und rugosa).
Lebendige vier Jahreszeiten im Vorgarten
Ein abwechslungsreich bepflanzter Vorgarten bietet auch im Winter eine formschöne, farbenprächtige und lebendige Umgebung. Es raschelt, duftet, leuchtet und zwitschert, wenn die Bepflanzung entsprechend vielfältig ist.
Eine tote Fläche, die komplett mit Kies oder Schotter bedeckt wurde, ist dagegen absolut langweilig. Dort verändert sich durch das Jahr nichts! Es bleibt immer gleich grau und still. Schon allein deshalb, aber auch aus ökologischer und klimatologischer Sicht, ist diese Gestaltung nicht zu empfehlen! Ganz anders dagegen ein grüner, lebendiger Vorgarten: Dieser überrascht immer wieder neu mit Blättern, Blüten und Früchten und erfreut nicht nur die Hausbewohner und die Nachbarn, sondern auch die Tier- und Insektenwelt von Frühling bis in den Winter.
Dies betont Gerald Jungjohann vom BGL. Ein grüner, lebendiger Vorgarten bietet das ganze Jahr über neue Eindrücke und fördert die Artenvielfalt.


