Naturschutz

Waldschäden: Schadholzeinschlag durch Insektenbefall binnen fünf Jahren mehr als verzehnfacht

Waldschäden: Schadholzeinschlag durch Insektenbefall binnen fünf Jahren mehr als verzehnfacht   Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer machen den heimischen Wäldern immer mehr zu schaffen. Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich in den geschwächten Bäumen besonders schnell aus – mit gravierenden Folgen für den Waldbestand.

Massiver Waldschaden durch Insektenbefall: Schadholzmenge stark gestiegen

Die Folgen von Hitze und anhaltender Trockenheit zeigen sich zunehmend deutlich im Zustand der Wälder. Besonders der Befall durch Insekten wie den Borkenkäfer hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen und führt zu erheblichen Schäden im Baumbestand.

Für den Garten- und Landschaftsbau sind diese Entwicklungen relevant, da sie Auswirkungen auf Gehölzverfügbarkeit, Pflanzenauswahl und langfristige Planung von Grünanlagen haben.

Insektenschäden dominieren Schadholzeinschlag

Im Jahr 2020 entfielen rund 43,3 Millionen Kubikmeter des gesamten Schadholzeinschlags auf Insektenbefall. Damit hat sich die Menge innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreizehnfacht – 2015 lag sie noch bei 3,3 Millionen Kubikmetern.

Insgesamt wurden etwa 60,1 Millionen Kubikmeter Schadholz eingeschlagen. Der Anteil der Insektenschäden daran beträgt rund 72 Prozent und macht sie zur mit Abstand wichtigsten Schadursache.

Zum Vergleich: 2015 lag dieser Anteil noch bei 26 Prozent, während damals vor allem Sturmereignisse für Schäden verantwortlich waren.

Nadelbäume besonders betroffen

Der Insektenbefall trifft vor allem Nadelbäume. Rund 99 Prozent des durch Schädlinge verursachten Schadholzes entfällt auf Baumarten wie Fichten, Tannen und Kiefern.

Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit den klimatischen Veränderungen. Trockenstress schwächt die Bäume und macht sie anfälliger für Schädlingsbefall.

Schadholzanteil auf Rekordniveau

Der Anteil geschädigter Bäume am gesamten Holzeinschlag hat ein historisches Niveau erreicht. Im Jahr 2020 stammten etwa 75 Prozent des eingeschlagenen Holzes aus geschädigten Beständen.

Fünf Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 23 Prozent. Die Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Belastung der Wälder und die wachsende Bedeutung von Schadereignissen.

Kronenverlichtung als sichtbares Warnsignal

Ein deutliches Zeichen für den schlechten Zustand vieler Bäume ist die zunehmende Kronenverlichtung. Im Jahr 2020 wiesen 37 Prozent der Bäume deutliche Blatt- oder Nadelverluste auf – ein Höchstwert seit Beginn der Erhebungen.

Besonders stark betroffen sind Fichten und Buchen. Bei Fichten stieg der Anteil geschädigter Bäume von 28 auf 44 Prozent, bei Buchen sogar von 33 auf 55 Prozent.

Nur noch rund 21 Prozent der Bäume gelten als ohne sichtbare Schäden.

Auswirkungen auf Planung und Gehölzauswahl

Die zunehmenden Waldschäden erfordern ein Umdenken bei der Auswahl und Verwendung von Gehölzen. Für den Garten- und Landschaftsbau gewinnen klimaresiliente Arten und angepasste Pflegekonzepte an Bedeutung.

Die Entwicklung zeigt, dass langfristige Strategien zur Anpassung an veränderte Standortbedingungen unverzichtbar sind, um stabile und widerstandsfähige Grünstrukturen zu sichern.

04.08.2021

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