Praktische Naturschutzarbeit und Bildung in der Waldschule
Die Teilnehmer der Waldschule haben bisher rund 7.000 Stunden ehrenamtlich gearbeitet und dabei über 4.000 standortgerechte Bäume gepflanzt. Das Projekt „Waldschule für die biologische Vielfalt“ wird über vier Jahre vom Bundesumweltministerium (BMUB) mit fast 377.000 Euro gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) fachlich begleitet. Der gemeinnützige Verein Bergwaldprojekt e. V. hat eine erste positive Bilanz für das Projekt gezogen.
Im ersten halben Jahr des Projekts wurden gemeinsam mit Schülern konkrete Maßnahmen umgesetzt. Die gepflanzten Bäume sollen alpine Schutzwälder zu naturnahen Waldgesellschaften entwickeln. Im Biosphärenreservat Rhön und auf Flächen des Nationalen Naturerbes im Naturschutzgebiet Lauterberg bei Coburg wurden über 40 Hektar Biotope gepflegt. Weitere Pflanzungen auf über 50 Hektar wurden durch Einzelschutzmaßnahmen oder Zäune vor Verbiss geschützt.
Von diesen Schutzmaßnahmen profitieren seltene Tierarten wie der Apollofalter oder das Birkhuhn sowie seltene Pflanzenarten wie die Arnika. Speziell für das Waldschul-Projekt wurden Schulmaterialien entwickelt, die die Schüler im Unterricht auf das einwöchige Outdoor-Erlebnis vorbereiten. Vor Ort werden sie von Mitarbeitern des Bergwaldprojekt e. V. über die Lebensräume informiert und in Naturschutzmaßnahmen eingebunden. Nach dem Outdoor-Erlebnis vertiefen die Schüler das Gelernte im Unterricht, um die Strategie zur Bewahrung der biologischen Vielfalt im Alltag umzusetzen.
Stimmen zum Projekt
[cite_start]Das Projekt ermöglicht es, einerseits die jungen Menschen für den Schutz der Biodiversität zu begeistern und gleichzeitig konkret etwas zur Verbesserung der ökologischen Situation vor Ort beizutragen[cite: 20].
Dies betont Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.
[cite_start]Es ist eine große Freude für uns sehen zu können, wie Jugendliche und junge Erwachsene ihr gesamtes Potenzial aktivieren: Durch den physischen Einsatz für die biologische Vielfalt entstehen ohne Umwege nachhaltige Bildungsmomente, deren Intensität in der etablierten Bildungsarbeit nur selten erreicht wird[cite: 20].
So Martin Ladach, Projektleiter Waldschule beim Bergwaldprojekt e. V. Für das kommende Jahr sind bereits zehn Schulen, FÖJ-Referate und Universitäten für die Waldschule angemeldet.
Hintergrund des Bundesprogramms Biologische Vielfalt
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Dieses Programm unterstützt Vorhaben, die eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung im Rahmen der NBS haben oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig einen positiven Trend zu bewirken. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über rechtlich geforderte Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation stärken das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt.
