Wälder zeigen sich stabil, Böden bleiben Problem
Die im November veröffentlichten Waldzustandsberichte 2015 für Hessen und Sachsen-Anhalt zeigen ein stabiles Bild der Wälder, während die Waldböden weiterhin Anlass zur Sorge geben. Die forstliche Versuchsanstalt empfiehlt daher, Bodenschutzkalkungen fortzusetzen.
Hessens Umweltministerin Priska Hinz und Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens stellten die Berichte vor. Trotz der trocken-warmen Witterung im Winter und Frühjahr 2015 zeigten sich die Wälder in beiden Bundesländern bemerkenswert stabil. In Hessen ging die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten und Altersstufen um zwei Prozent auf 21 Prozent zurück.
Lediglich jüngere Bäume in der Rhein-Main-Ebene und landesweit jüngere Eichenbestände wiesen einen ungünstigeren Zustand auf. In Sachsen-Anhalt führten die klimatischen Bedingungen der Jahreswende bei vielen Laubbäumen zu leicht erhöhten Kronenverlichtungswerten von 15 auf 16 Prozent. Junge Kiefern zeigten hingegen eine dichtere Benadelung als in den Vorjahren.
Waldböden bleiben Sorgenkind
Der Zustand der Waldböden kontrastiert mit dem positiven Bild der Wälder. Trotz der Reduktion von Säureeinträgen in den letzten Jahrzehnten haben sich die Böden nur teilweise erholt. Die Erholung wird durch die Freisetzung von im Boden gespeichertem Schwefel und weiterhin hohe Stickstoffeinträge verzögert.
Nach Ergebnissen der Bodenzustandserhebung in Hessen hat sich die Kalkung als wirksamer Schutz des Waldbodens erwiesen und soll zielgerichtet fortgeführt werden. Bis zur Revitalisierung und Stabilisierung der Waldböden bleiben Bodenschutzkalkungen notwendig.
Die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) begrüßt diese Positionierung und weist darauf hin, dass die Bundesländer hinreichende Fördermittel bereitstellen müssen, um messbare Verbesserungen in den Waldböden zu erzielen. Die Bundesländer könnten hierfür finanzielle Mittel des Bundes oder der EU in Anspruch nehmen.
Kalkungen im Harz werden fortgesetzt
In Sachsen-Anhalt wurden in den vergangenen fünf Jahren auf rund 9300 Hektar Landeswald Naturkalk ausgebracht, hauptsächlich in den Fichtenbeständen des Forstbetriebes Oberharz und Ostharz. Diese Kalkungen sollen in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.
Zwar sind die Schwefeldioxid-Emissionen in Sachsen-Anhalt seit 1990 deutlich reduziert worden, jedoch ist der Säureeintrag durch Stickstoff-Emissionen in den vergangenen 15 Jahren gestiegen. Das führt dazu, dass die Böden saurer geworden sind. Kalkung ist eine effektive Maßnahme, um die Situation dauerhaft zu verbessern.
Diese Aussage von Landesforst-Betriebsleiter Bernd Dost wird durch eine bundesweite Bodenzustandserfassung sowie lokale Messdaten und Analysen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen bestätigt. Im Harz und in anderen Regionen Deutschlands zeigt sich, dass sich die Wälder ohne Bodenschutzkalkungen nur sehr schwer und langsam erholen können.
