Förderung der Artenvielfalt in Weihnachtsbaumkulturen
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das Ökosystem innerhalb von Weihnachtsbaumkulturen einen Lebensraum für teils bedrohte Tierarten darstellt. Auf diesen Flächen und angrenzenden Blühstreifen finden sich Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten. Diese dienen wiederum Vögeln als Nahrungsquelle. Seltene Vogelarten wie Rebhuhn, Wiedehopf, Heidelerche, Baumpieper oder Goldammer sind häufig in solchen Kulturen anzutreffen. Eine Analyse der Universität Osnabrück bestätigt diese Beobachtungen.
Weitere Forschungsergebnisse zur Biodiversität in Weihnachtsbaumkulturen wurden 2022 in der Fachzeitschrift „Annals of Applied Biology“ veröffentlicht. Eine Studie untersuchte die Habitatwahl von Baumpieper, Bluthänfling, Goldammer und Heidelerche in einer von Weihnachtsbaumanbau geprägten Landschaft.
Die Untersuchung zeigte, dass die vielfältige Struktur aus jungen und älteren Bäumen den Arten geeignete Nistplätze und ausreichend Nahrungsflächen bietet. Die extensive Bewirtschaftung dieser Flächen, im Vergleich zu intensiv genutzten Äckern, führt dazu, dass Wildtiere und Insekten weniger gestört werden und sich in die Kulturen zurückziehen können. Auch bei der Pflanzenvielfalt wurden in Weihnachtsbaumkulturen ähnlich hohe oder sogar höhere Artenzahlen nachgewiesen als in angrenzenden Agrar- und Forstlandschaften.
Wir haben in diesen Flächen bei den Vogelbeständen eine ganze Reihe von sehr seltenen Vogelarten. Das hängt damit zusammen, dass sie ein gutes Nahrungsangebot an Insekten und an Spinnen haben.
Prof. Dr. Thomas Fartmann, Leiter der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie an der Universität Osnabrück, betont, dass es sich um zugängliche, offene Bereiche handelt, in denen die Vögel erfolgreich jagen können.
