Blühende Schönheiten im Frühling
Die Kirschblüte, in Japan als „Hanami“ bekannt, markiert den Frühlingsanfang und symbolisiert Schönheit sowie Vergänglichkeit. Auch in deutschen Gärten erfreuen sich die aus Asien stammenden Zierkirschen (Prunus) großer Beliebtheit. Landschaftsgärtner setzen sie häufig als Hausbaum ein. Die Nelkenkirsche (Prunus serrulata `Kanzan`) kann mit ihrem trichterförmigen Wuchs und den gefüllten Blüten eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen und lädt ab April zu Kirschblütenfesten ein.
Für kleinere Gärten bieten sich ebenfalls passende Zierkirschsorten an. Die schlanke Säulenkirsche (Prunus serrulata `Amanogawa`) ist hier eine Option. Neben Zierkirschen gibt es weitere Gehölze, die im Frühling rosa und weiße Blüten hervorbringen. Das Mandelbäumchen (Prunus triloba) erreicht als Strauch oder Hochstämmchen eine Größe von etwa 1,5 bis 2,5 Metern und steht der Zierkirsche in seiner Blütenpracht in nichts nach.
Der Judasbaum (Cercis), auch Herzbaum genannt, ist ein großer Strauch oder kleiner Baum, der früh im Jahr rosa Schmetterlingsblüten zeigt, die auch direkt am Stamm erscheinen können. Er bevorzugt, wie das Mandelbäumchen, einen warmen und geschützten Standort. Ein weiteres Highlight ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeana), die in der Gartengestaltung häufig verwendet wird. Sie kann bis zu neun Meter hoch werden und besitzt eine ausladende Krone, weshalb sie oft als Solitärpflanze gesetzt wird, um ihre Blütenpracht voll zur Geltung zu bringen. Die großen, rosaweißen Magnolienblüten stehen aufrecht an den Zweigen.
Die sternförmigen, weißen Blüten der Felsenbirnen (Amelanchier) sind zierlicher, erscheinen aber ab April in großer Zahl. Für den Hausgarten eignen sich die Kahle Felsenbirne (Amelanchier laevis), die drei bis fünf Meter hoch wird, und die etwas höhere Kupferfelsenbirne (Amelanchier lamarckii).
Vielfalt der Frühlingsfarben im Garten
Neben den traditionellen weißen und rosafarbenen Blüten des „Hanami“ bietet der Frühling auch andere Farbtöne. Eine Reihe von Ziersträuchern blüht bereits vor dem Blattaustrieb und bringt rote oder gelbe Akzente in den Garten. Forsythien (Forsythia) hüllen sich ab März in ein leuchtend gelbes Blütenkleid und erreichen eine Höhe von etwa einem Mann. Auch die Kornelkirsche (Cornus mas), der Ranunkelstrauch (Kerria japonica) und die Niedrige Glockenhasel (Corylopsis pauciflora) setzen auf Gelb.
Die robuste Kornelkirsche wird vier bis sieben Meter hoch und ihre kleinen Blüten bilden dichte Büschel. Der Ranunkelstrauch zeigt goldgelbe Schalenblüten, während die Niedrige Glockenhasel hellgelbe, zart duftende Blütenglöckchen an ihren Trieben trägt. Beide Sträucher werden etwa 1,5 Meter hoch. Der Ranunkelstrauch ist für schattige und sonnige Standorte geeignet, die Glockenhasel sollte vor kaltem Nord- und Ostwind geschützt stehen.
Die leuchtend roten Blütenblätter der Zierquitte (Chaenomeles) und die tiefroten Blütentrauben der Zierjohannisbeere (Ribes sanguineum) kündigen ebenfalls den Frühling an und bilden einen Kontrast zu den gelb, weiß oder zartrosa blühenden Gehölzen. Frühblüher sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine wichtige erste Futterquelle für Bienen und andere Insekten.
Rückschnitt zur Förderung der Blühfreudigkeit
Die Auswahl an frühblühenden Gehölzen für den Frühlingsgarten ist groß. Landschaftsgärtner beraten bei der Standortwahl, der Größe der Pflanzen und der geschickten Kombination. Sträucher können einzeln oder in Gruppen gepflanzt werden, und einige eignen sich für imposante Blütenhecken. Eine gute Planung sorgt für Freude an der Farben- und Blütenvielfalt im Frühjahr. Die meisten Frühblüher sind pflegeleicht, einige benötigen jedoch einen Rückschnitt.
Alte Triebe und störende Zweige werden dabei entfernt. Bei vielen Ziergehölzen fördert ein gezielter Schnitt die Blühfreudigkeit. Magnolien sind schnittverträglich, sollten aber möglichst frei wachsen, da sie mit den Jahren immer mehr Blüten bilden und nicht „vergreisen“. Unsichere Gärtner sollten den Rückschnitt von Fachleuten durchführen lassen.
Die ideale Zeit für den Rückschnitt frühblühender Gehölze ist direkt nach der Blüte, da die in der folgenden Vegetationsperiode wachsenden Zweige bereits die Blütenknospen für das nächste Jahr tragen.

