Allgemeines, Berufs- und Schutzkleidung

Weißer Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt: Auswirkungen auf den GaLaBau

Weißer Hautkrebs wird als Berufskrankheit anerkannt, was weitreichende Folgen für den GaLaBau hat. Millionen von Outdoor-Arbeitern sind betroffen, da ihr Hautkrebsrisiko doppelt so hoch ist. Spezielle UV-Schutzkleidung ist entscheidend, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.

Hautkrebsrisiko im GaLaBau: Schutzmaßnahmen und Prävention

Rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind beruflich regelmäßig acht Stunden oder länger der Sonne ausgesetzt. Ihr Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist doppelt so hoch wie bei Personen, die nicht im Freien arbeiten. Bislang tragen die wenigsten dieser Beschäftigten die von Berufsgenossenschaften und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) empfohlene spezielle UV-Schutzkleidung.

Der Ärztliche Sachverständigenbeirat "Berufskrankheiten" beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat sich für die Anerkennung des sogenannten weißen Hautkrebses als Berufskrankheit ausgesprochen. Obwohl die offizielle Aufnahme in die Liste der Berufskrankheiten noch aussteht, können Unfallversicherungsträger die Erkrankung bereits "wie eine Berufskrankheit" nach § 9 Abs. 2 SGB VII anerkennen. In diesen Fällen übernehmen die Unfallversicherungsträger die Heilbehandlung, die für die Betroffenen in der Regel zuzahlungsfrei ist.

Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken jährlich etwa 70.000 Menschen am weißen Hautkrebs, dem Plattenepithelkarzinom. Dabei handelt es sich um einen bösartigen Hauttumor, der die oberen Hautschichten (Epithel) betrifft. Noch häufiger sind aktinische Keratosen, schuppige Hautveränderungen, aus denen sich laut Europäischer Hautkrebsstiftung (ESCF) in etwa zehn Prozent der Fälle ein Plattenepithelkarzinom entwickeln kann.

Experten sind sich einig, dass Textilien mit hohem UV-Schutz den besten Schutz für Personen bieten, die beruflich viel und regelmäßig im Freien tätig sind. Kosmetischer Sonnenschutz ist primär für den zeitlich begrenzten Aufenthalt in der Sonne geeignet. Der UV-Schutz von Textilien variiert jedoch erheblich. Neben der Farbe ist vor allem das Material entscheidend für den Ultraviolet Protection Factor (UPF), der analog zum Lichtschutzfaktor (SPF) bei Sonnencremes den Schutzfaktor angibt.

Leichte, helle Baumwollbekleidung ist angenehm zu tragen, bietet jedoch nur einen UPF von etwa 2 bis 10, gemessen nach dem UV Standard 801. Dichte Stoffe, dunklere Farben und mehrere Lagen übereinander erhöhen die Schutzwirkung der Kleidung deutlich. Um eine optimale Kombination aus hohem UV-Schutzfaktor, Tragekomfort und Strapazierfähigkeit für Arbeitskleidung zu erzielen, wurden spezielle Fasern mit "eingebautem" UV-Schutz entwickelt.

Diese Fasern enthalten Titandioxid, das die schädliche UV-Strahlung reflektiert oder absorbiert, bevor sie die Haut erreicht. Gleichzeitig sind sie leicht und bieten hohen Tragekomfort. Im Rahmen eines Forschungsprojekts (AiF15749N) wurden beispielsweise an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim Materialkombinationen entwickelt, die die Funktionalität weiter verbessern.

Erste Prototypen bieten an exponierten Bereichen wie den Schultern einen besonders hohen UV-Schutz (UPF 80) und sind mechanisch sehr belastbar. Im Rücken- und Ärmelbereich sorgen elastische Materialien nicht nur für Sonnenschutz, sondern auch für Komfort beim Tragen, An- und Ausziehen. Spezielle Textilzonen unter den Achseln und im Bauchbereich, optimiert hinsichtlich der Schweißproduktion, gewährleisten mehr Atmungsaktivität und ein angenehmes Tragegefühl.

Für die Ermittlung des UPF existieren verschiedene Messmethoden, darunter der australisch-neuseeländische Standard (AS/NZS 4399:1996), die Prüfung nach EN 13758-1, nach AATCC 183 sowie der UV Standard 801. Diese Prüfstandards stellen unterschiedliche Anforderungen an die Prüfmaterialien. Der australisch-neuseeländische Standard, die Prüfung nach EN 13758-1 sowie AATCC 183 führen die Prüfungen ausschließlich am ungedehnten, trockenen Textil im Neuzustand durch.

Der UV Standard 801 ist praxisbezogener: Hier wird der UPF am gedehnten, nassen Textil nach mechanischer Abnutzung durch Tragen und Textilpflege ermittelt. Zudem wird von der höchsten UV-Bestrahlung (Sonnenspektrum in Melbourne, Australien, zum Höhepunkt des australischen Sommers) ausgegangen, was einem Worst-Case-Szenario entspricht. Für die Hautkrebs-Prophylaxe durch Berufskleidung ist die Ermittlung des UPF nach dem UV Standard 801 daher die bevorzugte Methode.

19.03.2014

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