Die Kandidaten und ihre Naturschutzanliegen
Zur Wahl stehen der Hausrotschwanz, der Kranich, der Schwarzspecht, der Schwarzstorch und die Waldohreule. Jeder dieser Vögel repräsentiert ein eigenes Anliegen im Naturschutz.
Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)
Der Hausrotschwanz ist ein früher Sänger, dessen melodischer Gesang bereits vor Sonnenaufgang erklingt. Als Insektenfresser ist er vom Rückgang der Insektenpopulationen betroffen, der durch intensive Landwirtschaft und naturferne Gärten verursacht wird. Er gehört zu den Gebäudebrütern, die zunehmend Schwierigkeiten haben, Nistmöglichkeiten aufgrund von Gebäudesanierungen zu finden. Sein Slogan lautet: „Mut zur Lücke!“
Kranich (Grus grus)
Der Kranich, ein großer Zugvogel, ist für sein trompetenartiges Rufen bekannt. Mit einer Körperhöhe von bis zu 116 cm übertrifft er den Weißstorch. Seine Balztänze im Frühjahr und der Zug in Keilformationen im Herbst sind beeindruckende Naturschauspiele. Der Kranich benötigt Feuchtgebiete für Rast und Brut. Sein Wahlspruch ist: „Nasse Füße fürs Klima!“
Schwarzspecht (Dryocopus martius)
Der Schwarzspecht, etwa krähengroß und mit schwarzem Gefieder sowie einem roten Mittelscheitel, bevorzugt alte Mischwälder. Er ernährt sich von baumbewohnenden Insekten und deren Larven. Für seine Bruthöhlen, die er in alte Bäume hämmert, ist er auf diese angewiesen. Diese Höhlen werden später von über 60 anderen Arten, darunter Siebenschläfer, Fledermäuse und Hohltauben, genutzt. Sein Slogan lautet: „Trommeln für Vielfalt!“
Schwarzstorch (Ciconia nigra)
Der Schwarzstorch ist scheuer und seltener zu beobachten als sein weißer Verwandter. Sein Gefieder ist überwiegend schwarz mit einem grünlich-violetten Metallglanz. Er lebt zurückgezogen in großen Waldgebieten und überwintert in Afrika. Zur Nahrungssuche sucht er Gewässer auf, wo er Frösche und Fische fängt. Sein Wahlspruch: „Freiheit für Flüsse!“
Waldohreule (Asio otus)
Die Waldohreule ist eine der häufigsten Eulenarten in Deutschland. Sie ähnelt dem Uhu, ist jedoch kleiner und schlanker. Ihre auffälligen Federpuschel sind keine Ohren, sondern dienen nicht der Hörfunktion. Sie lebt in lichten Wäldern, jagt Mäuse und Wühlmäuse im Offenland und nistet oft in alten Krähennestern. Ihr geräuschloser Flug und die akustische Ortung der Beute bei der nächtlichen Jagd sind charakteristisch. Ihr Wahlslogan: „Ohren auf: Natur an!“
Ablauf der öffentlichen Wahl
Die Abstimmung begann am 3. September um 9 Uhr und läuft bis zum 10. Oktober, 11 Uhr. Am selben Tag wird der Sieger bekannt gegeben. Der „Vogel des Jahres“ wird seit 1971 in Deutschland gekürt und seit 2021 durch eine öffentliche Wahl bestimmt.
