Ein bundesweiter Datenspeicher für den Naturschutz
„‚WerBeo‘ als bundesweiter Datenspeicher soll bislang verteilt vorliegende Beobachtungsdaten zu verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zusammenführen und öffentlich zugänglich machen. Anhand einer solchen verbesserten Datenbasis können wir in Zukunft schneller Rückschlüsse auf den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in Deutschland ziehen und entsprechend handeln.“
Dies erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze.
Bündelung von Wissen für den Naturschutz
„Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind in Deutschland gefährdet. Die biologische Vielfalt geht weiterhin zurück. Um gezielte Maßnahmen zum Schutz der Natur entwickeln und umsetzen zu können, müssen wir das vorhandene Wissen bündeln. Die bundesweite Vernetzung der technischen Systeme sowie ein geregelter Datenaustausch sind deshalb für entsprechende Auswertungen für den Naturschutz besonders wichtig.“
Dies betonte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Wissenschaftliche Informationen zu Vorkommen, Verbreitung und Lebensräumen verschiedener Tier- und Pflanzenarten werden bislang in unterschiedlichen Systemen erfasst. „WerBeo“ soll diese Beobachtungsdaten, die weiterhin über regionale Portale erfasst werden können, durch einen neuen bundesweiten Datenspeicher allen angeschlossenen Portalen zur Verfügung stellen. Die Eigenständigkeit der einzelnen Systeme bleibt dabei erhalten.
Technische und organisatorische Grundlagen
Am Beispiel von Beobachtungsdaten der Gefäßpflanzen und der Heuschrecken werden zunächst die technischen und organisatorischen Grundlagen für eine bundesweite Vernetzung geschaffen. In Zusammenarbeit mit fünf Bundesländern sowie der vom Verband „NetPhyD“ koordinierten bundesweiten Kartierung der Gefäßpflanzen wird erprobt, wie der Datenfluss von der mobilen Felderfassung per App über angeschlossene Portale hin zu einem bundesweiten Datenspeicher erfolgen kann.
Zusätzlich wird eine Rechteverwaltung zur Herausgabe von Daten erarbeitet, die unter anderem die Datenbankrechte der Fachgruppen und Landesbehörden regelt. Die Projektbeteiligten nutzen vorhandene technische Entwicklungen und passen diese bei Bedarf an. Die Professur Landschaftsökologie der Universität Rostock führt das Vorhaben federführend durch. Verbundpartner sind der DUENE e.V. und die Arbeitsgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie der Universität Osnabrück.
Hintergrund: Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über rechtlich geforderte Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.
