Naturschutz

Wetterdaten unterstützen Prognosemodell für Bienengesundheit

Ein Forschungsprojekt hat ein klimabasiertes Prognosemodell für die Risikoeinschätzung der Nosemose bei Honigbienen entwickelt. Es zeigt den Zusammenhang zwischen Wetterfaktoren und der Verbreitung eines Darmkeims, der Bienensterben verursachen kann. Das Modell hilft Imkern, ihre Bienenvölker präventiv zu schützen.

Einfluss von Wetterparametern auf Bienenpathogene

Wir konnten zeigen, dass bestimmte Wetterparameter im Winter die Infektiosität der Bienenpathogene verändert und auch das Verhalten der Bienen beeinflussen. Unser Prognosemodell hilft den Imkern, ihre Bienenvölker vorbereitend zu schützen.

Dies fasst Prof. Dr. Andreas Linde von der Hochschule Eberswalde zusammen. Die wetterbasierten Vorhersagen des Nosema-Risikos basieren auf einer Datenanalyse, die den Zeitraum von 2005 bis 2014 umfasst.

Um den Zusammenhang zwischen Nosemose bei Honigbienen und lokalen Wetterbedingungen darzustellen, wurden Daten regionaler Wetterstationen von MeteoGroup für die genauen Standorte der Bienenvölker interpoliert. Das Ergebnis ist eine auf Wetterdaten basierende Karte, die das Gefährdungsrisiko für Nosema-Infektionen in den neuen Bundesländern visualisiert. Der Online-Dienst nosema-risiko.hnee.de ermöglicht die Einsicht in die Wahrscheinlichkeit von Nosema-Infektionen auf Landkreisebene.

Risikokarten für Frühjahr und Herbst verfügbar

Die Risikokarte für das Frühjahr basiert auf den Wetterverhältnissen des vorangegangenen Winters, die einen direkten Einfluss auf das Auftreten von Nosemose haben. Für die Herbstkarte werden die Wetterdaten des Frühlings und Sommers herangezogen. Die Karten werden jährlich im April und Oktober aktualisiert. Die geschätzte Häufigkeit von Nosema-Infektionen wird in fünf Risikoklassen dargestellt.

Dadurch kann der Imker die Gefährdungssituation für den Standort seiner Völker einschätzen und entsprechende imkerliche Maßnahmen vorbeugend zum Schutz der Bienen einleiten. So kann er der Nosemose zuvorkommen, denn eine Eindämmung nach dem Ausbruch der Krankheit ist schwierig.

Erläutert Prof. Dr. Andreas Linde. Dennis Schulze, Geschäftsführer von MeteoGroup, hob die Bedeutung von Wetterdaten für die Landwirtschaft hervor und betonte den Beitrag des Unternehmens zur angewandten Forschung im Bereich Bienengesundheit.

Das Vorhaben wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförd, basierend auf einem Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgte über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.

03.03.2016

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