Baumaschinen und Baugeräte

Diebstahlschutz im GaLaBau: Strategien gegen den Verlust von Baumaschinen

Der Diebstahl von Baumaschinen verursacht jährlich Millionenschäden. Professionelle Banden entwenden ganze Maschinen oder wertvolle Komponenten. GaLaBau-Betriebe können sich jedoch schützen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Dieben das Handwerk zu erschweren und die Aufklärungsquoten zu verbessern.

Effektive Prävention auf der Baustelle: Zutrittskontrolle und Überwachung

Der erste Ansatzpunkt für den Diebstahlschutz liegt bereits beim Zutritt zur Baustelle. Unbefugte Personen, die sich auf dem Gelände aufhalten, können potenzielle Diebe sein, die die Gegebenheiten auskundschaften. Mitarbeiter sollten daher stets aufmerksam sein und verdächtige Aktivitäten melden. Eine strikte Zutrittskontrolle, beispielsweise durch eine Ausweispflicht und Registrierung aller Arbeiter, kann hier Abhilfe schaffen. Dies dient nicht nur dem Diebstahlschutz, sondern auch der Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht.

Physische Barrieren wie blickdichte Bauzäune stellen ein erstes Hindernis dar. Ergänzend wirken technische Sicherungssysteme wie Alarmanlagen und Überwachungskameras abschreckend. Schon Hinweisschilder, die auf Videoüberwachung aufmerksam machen, können Diebe abschrecken. Für größere Baustellen, insbesondere an abgelegenen Orten, kann der Einsatz professioneller Sicherheitsfirmen, die Streifendienste durchführen, eine lohnende Investition sein.

Mechanische und elektronische Sicherung von Maschinen

Diebstahl ist oft eine Frage der Gelegenheit. Daher ist es entscheidend, es Langfingern so schwer wie möglich zu machen. Alles, was nicht fest verankert ist, sollte zusätzlich gesichert werden. Dies umfasst das Anbringen zusätzlicher Schlösser, das Absperren und Verschließen von Equipment sowie das Festzurren von Anbauteilen. Größere Geräte können, wenn möglich, außerhalb der Reichweite von Dieben, beispielsweise an einem Kran, gelagert werden. Mitarbeiter müssen für diese Maßnahmen sensibilisiert werden, um festgefahrene Routinen zu durchbrechen und ein höheres Sicherheitsbewusstsein zu entwickeln.

Moderne Baumaschinen bieten zudem vielfältige elektronische Schutzmechanismen. Investitionen in Diebstahlwarnanlagen und Wegfahrsperren sind hierbei essenziell. Elektronische Schlüssel oder Sicherheitssysteme, wie sie beispielsweise für Cat Baumaschinen verfügbar sind, ermöglichen einen schlüssellosen und digitalen Motorstart. Über eine Smartphone-App wie „my Equipment“ und Bluetooth-Übertragung kann sich der Fahrer eindeutig identifizieren. Eine hinterlegte Bluetooth-ID gibt den Motorstart frei, schützt vor unbefugtem Zugriff und protokolliert die Maschinennutzung.

Alternativ kann der Motorstart über einen klassischen, elektronischen Schlüssel erfolgen, bei dem das Freigabesignal via Bluetooth-ID oder RFID übertragen wird. Eine weitere Option ist die Eingabe eines vierstelligen PIN-Codes im Display der Kabine, den Caterpillar für seine neuen Baumaschinen anbietet. Dieser individuell wählbare Code muss beim Starten der Maschine eingegeben werden und dient als effektive Wegfahrsperre, die nur autorisierten Personen den Zugang ermöglicht und die Verwaltung des Fuhrparks erleichtert.

Flottenmanagement und GPS-Ortung als entscheidende Hilfsmittel

Der kodierte Motorstart in Verbindung mit modernen Flottenmanagementsystemen ermöglicht eine präzise Kontrolle darüber, wer eine Maschine wann und wie lange genutzt hat. Besonders effektiv hat sich die GPS-Ortung erwiesen, die bereits mehrfach dabei geholfen hat, gestohlene Baumaschinen wiederzufinden, bevor sie ins Ausland verbracht werden konnten.

Ein Beispiel hierfür ist der Fall eines GaLaBauers aus Niedersachsen, dessen neuer Cat Minibagger nach nur 34 Betriebsstunden gestohlen wurde. Durch die Aktivierung der Cat Telematik-Box Product Link (PL243) mit Rapid Reporting konnte der Bagger alle zehn Minuten seine GPS-Position senden. Er wurde schließlich von der polnischen Polizei bei Breslau lokalisiert und sichergestellt. Die eindeutige Identifizierung der Baumaschine erfolgte über ihren 17-stelligen PIN-Code, der der Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN) bei Pkw entspricht.

Die Flottenmanagementlösung Vision Link ermöglicht die Überwachung von GPS-Position, Bewegung und Betriebszustand der Baumaschinen rund um die Uhr. Die Datenübertragung erfolgt via Mobilfunk über einen Multi-Carrier-Dienst, der auf alle verfügbaren Mobilfunknetze zugreift. Dies gewährleistet die Ortung auch über große Distanzen und im Ausland.

Zusätzlich bietet Geofencing die Möglichkeit, virtuelle Zäune um den Einsatzort einer Maschine zu ziehen und zulässige Einsatzzeiträume festzulegen. Wird der Motor unerlaubterweise gestartet oder verlässt die Maschine den definierten Bereich, löst Vision Link automatisch einen Alarm aus. Dieser kann per E-Mail oder SMS an verschiedene Empfänger gesendet werden und enthält einen Link zu Google Maps mit dem genauen Standort der Maschine. Auch die zurückgelegte Route einer gestohlenen Maschine lässt sich nachverfolgen. Zusätzliche Sensoren können zudem das Öffnen von Fahrertüren, Motorhauben oder Tankdeckeln überwachen und bei Manipulation Alarm auslösen.

Bernhard Tabert, zuständig für das Flottenmanagement bei Zeppelin, betont die Wichtigkeit dieser Systeme:

„Leider sind immer noch viele Baumaschinen nicht an das Flottenmanagement oder die GPS-Überwachung zum Diebstahlschutz angebunden. Eine mechanische oder elektronische Alarmanlage oder Wegfahrsperre ist schön und gut, aber sie können die GPS-Ortungstechnik zur Diebstahlsicherung nicht ersetzen. Denn nur so lassen sich gestohlene Baumaschinen mithilfe von GPS und Satellitentechnik auch wiederfinden. Ist die Baumaschine verschwunden, kann das für die betroffenen Baufirmen zu einem ernsthaften Problem werden, wenn sie kein Ersatzgerät in der Hinterhand haben, sich die Ersatzbeschaffung aufgrund von Lieferzeiten verzögert, sie ihren Auftrag nicht fristgerecht fertigstellen können und im schlimmsten Fall dann Konventionalstrafen aufgebrummt bekommen.“

Nach dem Diebstahl: Schnelles Handeln und künstliche DNA

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Diebstahl kommen, ist umgehend die Polizei und die Versicherung zu informieren. Wichtig ist es, alle relevanten Unterlagen wie Eigentumsnachweise, Geräteunterlagen, Maschinenbeschreibungen und Fotodokumentationen bereitzuhalten, um die Ermittlungsarbeit zu unterstützen. Ein detailliert ausgefüllter Maschinenpass, wie er beispielsweise von der Polizei Sachsen angeboten wird, kann das Auffinden gestohlener Geräte erleichtern, sofern er alle wichtigen Angaben wie Hersteller, Modell, Baujahr, Seriennummer und Kennzeichen enthält.

Ein weiteres Instrument zur Bekämpfung von Eigentumskriminalität ist die künstliche DNA. Diese synthetisch hergestellte Markierungsflüssigkeit enthält einen eindeutigen DNA-Code sowie mikroskopisch kleine Kunststoffplättchen, auf denen dieser Code eingraviert ist. Die Flüssigkeit wird auf Wertgegenstände aufgetragen und ermöglicht eine eindeutige Zuordnung zum rechtmäßigen Eigentümer. Die Daten können in einer Datenbank hinterlegt werden, auf die Eigentümer und Polizei Zugriff haben, was die Identifizierung gestohlener Güter erheblich vereinfacht.

19.04.2021

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

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