Internationale Konferenz beleuchtet Herausforderungen und Chancen des Energiewandels
Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Rückgang fossiler Energieträger wie Braunkohle und Schiefergas führen zu tiefgreifenden Veränderungen in den Landschaften Europas. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur Deutschland, sondern zahlreiche Regionen des Kontinents. Die Wahrnehmung und Gestaltung dieser Prozesse stehen im Mittelpunkt der Konferenz „Energy Landscapes: Perception, Planning, Participation and Power“ der Landscape Research Group.
Die Konferenz, die vom Dresdner Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und drei weiteren Partnern organisiert wird, versammelt am 16. und 17. September rund 150 Wissenschaftler sowie Vertreter von Behörden und Wirtschaftsunternehmen. Die Experten kommen aus ganz Europa, aber auch aus Japan, der Türkei und den USA, um sich im Deutschen Hygiene-Museum Dresden auszutauschen.
Vielfältige Fallbeispiele und Fragestellungen zur Energielandschaft
Die über 80 präsentierten Fallbeispiele verdeutlichen, dass Energiegewinnung – ob traditionell oder durch neue Methoden – die europäischen Landschaften und die dort lebenden Menschen maßgeblich beeinflusst. Beispiele reichen von Geothermie in Island und Wasserkraft in der Schweiz über Energiewald in Italien und der Tschechischen Republik bis hin zu traditionellem Bergbau in Mitteldeutschland und den österreichischen Alpen sowie Windkraft in nahezu jeder europäischen Region.
Zentrale Fragen der Konferenz sind, wie sich diese Einflüsse durch gezielte Planung steuern lassen, wie Konflikte, etwa bei der Flächenkonkurrenz, vermieden oder gelöst werden können und wie die Kommunikation gestaltet sein muss, um Bürger frühzeitig in Entscheidungsprozesse einzubinden und die Akzeptanz für Energieprojekte zu erhöhen. Auch die potenziellen Vorteile der Energiegewinnung für Städte und Regionen werden diskutiert.
Ein Blick über den europäischen Tellerrand wird durch Berichte über Fallbeispiele aus den USA, China und der Türkei ermöglicht. Die Konferenzteilnehmer erkunden zudem am 18. September im Rahmen von Exkursionen Energielandschaften in Mitteldeutschland. Eine Tour führt in das Lausitzer Seenland, eine Erholungslandschaft, die aus ehemaligen Braunkohletagebauen entstanden ist. Eine weitere Exkursion geht in das Partheland östlich von Leipzig, wo ein Projekt die Nutzung organischer Stoffe aus der Landschaftspflege als Energiequelle erprobt. Die Konferenz wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
