Beetpflanzen und Gehölze

Stauden als Motive für Leinwand und Kamera

Stauden bieten vielfältige Motive für künstlerische Darstellungen. Ihre Formen und Farben sind ein wiederkehrendes Thema in der Kunst. Christine Moll, Staudengärtnerin, hält ihre Lieblingsstauden mit Pinsel und Acrylfarbe auf Leinwand fest.

Stauden als Inspiration für Kunstwerke

Stauden bieten vielfältige Motive für künstlerische Darstellungen. Ihre Formen und Farben sind ein wiederkehrendes Thema in der Kunst. Ob knallgelbe Staubgefäße einer Kuhschelle, silbrig schimmernde Disteln oder die von Gräsern umspielten Blütenschirme des Purpursonnenhuts – Stauden können selbst zu Kunstwerken werden.

Christine Moll, Staudengärtnerin und Mitinhaberin der Gärtnerei „Michael Moll Winterharte Gartenstauden“, hält ihre Lieblingsstauden gelegentlich mit Pinsel und Acrylfarbe auf Leinwand fest. Die Motive, die sie faszinieren, sind so vielfältig wie die Stauden selbst.

Stauden mit Fernwirkung

Stauden-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora) ziehen mit ihren üppigen Blütenbällen in brillanten Farben aus der Distanz die Aufmerksamkeit auf sich. Für Christine Moll sind sie ein verlässliches Lieblingsmotiv.

Sie brauchen etwas Zeit, bis sie sich etabliert haben. Dafür entwickeln sie sich mit den Jahren üppiger und blühen jeden Frühsommer wieder.

Auch Türkischer Mohn (Papaver orientale), besonders in knallroten Sorten wie ‘Beauty of Livermere’, ist unübersehbar. Die Vergänglichkeit seiner Blüte, die meist nur wenige Tage währt, macht ihn zu einem faszinierenden Motiv. Schwertlilien, botanisch nach Iris, der Göttin des Regenbogens, benannt, wurden und werden oft porträtiert. Ihre Farbpalette gilt als unübertroffen, und in großen Stückzahlen gepflanzt, wird ihr Blütenmeer zum Blickfang.

Details betrachten

Neben der Pracht aus der Distanz lohnt sich bei Stauden auch ein genauer Blick auf die Details, wie Christine Moll berichtet. Beim Rittersporn begeistert sie das leuchtende Blau, aber sie malt ihn auch gerne aus der Nähe.

Dann zeigen sich Kleinigkeiten, wie das zum Sporn ausgebildete Blütenblatt. Außerdem haben alle Sorten eine helle oder dunkle Mitte. Weil sie in der Form daran erinnert, wird sie auch Biene genannt.

Dieser genaue Blick für Details ermöglicht ihr Entspannung beim Malen. Sie konzentriert sich dabei voll und ganz auf die Pflanze, ihre Form, Farbe und Oberfläche. Besonders fasziniert ist sie von filigranen Farnen.

Sie haben in jedem Stadium etwas Anziehendes: Wenn sie vor dem Entfalten zur Spirale eingerollt sind, kann ich gar nicht anders als hinzuschauen. Zu beobachten, wie sich der Wedel entfaltet, ist magisch. Da sind schon unzählige Bilder entstanden.

Auch die Auszubildenden in ihrer Gärtnerei haben bereits Fotoserien von sich entrollenden Farnwedeln erstellt.

Die Kunst der Komposition

Stauden sind nicht nur als Solisten ausdrucksstark, sondern können sich auch gegenseitig in ihrer Wirkung fördern. Dies funktioniert subtil über unterschiedliche Formen und Strukturen. Entrollte Farne mit ihren gefiederten Wedeln bilden einen Kontrast zu großen und glattrandigen Blättern von Funkien (Hosta) und Bergenien (Bergenia).

Solche Kombinationen aus Blattschmuckstauden in sanften Grüntönen wirken beruhigend und erfrischend zugleich. Die Gegensätze der Blattformen machen dieses Bild spannend. Wenn ich so etwas sehe, würde ich im Sommer am liebsten einen Gartenstuhl in den kühlen Schatten stellen und dieses Bild einfach nur bewundern.

Zu ihren Favoriten zählen auch Stauden, die wie auf einer natürlichen Blumenwiese kombiniert sind. Skabiosen gehören dabei zu den schönsten Zutaten. Wenn sie zusammen mit Gräsern, Mädchenauge und Wiesen-Ehrenpreis wachsen, entsteht der Eindruck eines Blumenstraußes. Diese aus Pflanzen komponierten Bilder sind lebendig, ändern sich täglich und bleiben dadurch interessant.

20.05.2023

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