Schutzmaßnahmen für den Feldhasen
Zur Verbesserung der Situation des Feldhasen ist eine höhere Dichte an Brachflächen in Acker- und Grünlandgebieten erforderlich. Insbesondere der Erhalt und die Entwicklung von störungsarmen Bereichen mit hoher Deckung, wie sie Brachflächen bieten, sind für junge und alte Hasen von Bedeutung.
„Es sind vor allem zwei Faktoren, die den Zustand des Feldhasen maßgeblich beeinflussen: der Verlust an Lebensraum und die weiter zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft.“„Zur Verbesserung des Lebensraums der Feldhasen ist eine höhere Dichte an Brachflächen in vielen Acker- und Grünlandgebieten nötig. Insbesondere der Erhalt und die Entwicklung von störungsarmen Bereichen mit hoher Deckung, wie sie Brachflächen bieten, sind für die jungen wie für die alten Hasen von besonderer Bedeutung.“
Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
Von solchen Maßnahmen würden auch andere Arten profitieren, die unter der Intensivlandwirtschaft leiden, darunter das Rebhuhn und die Feldlerche. Diese Arten, die früher weit verbreitet waren, sind mittlerweile ebenfalls bedrohte Arten der Agrarlandschaft.
Hintergrund zur Gefährdung des Feldhasen
Der Feldhase ist in der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands in der Kategorie „gefährdet“ eingestuft. Diese Kategorie umfasst Arten, die merklich zurückgegangen oder durch laufende beziehungsweise absehbare menschliche Einwirkungen bedroht sind. Bleiben die Gefährdungsfaktoren bestehen oder werden keine Schutzmaßnahmen ergriffen, kann dies zum lokalen Verschwinden dieser Arten führen.
Diskutierte Ursachen für den Rückgang des Feldhasen sind Lebensraumverlust, Klimawandel, Krankheiten und Parasiten, Nahrungsmangel und Nahrungsvergiftung, landwirtschaftliche Produktionsmethoden, natürliche Fressfeinde, Jagd sowie sonstige Störungen durch den Menschen.
Der Feldhase gehört zu den 96 wildlebenden Säugetierarten und -unterarten in Deutschland. Ein Drittel dieser Arten ist derzeit nicht gefährdet. Neben 11 als ausgestorben oder verschollen geltenden Arten sind die übrigen Arten in unterschiedlichen Gefährdungskategorien eingestuft oder ungefährdet.
Merkmale und Lebensweise des Feldhasen
Der Feldhase ist größer als das Wildkaninchen und besitzt längere Hinterläufe und Ohren. Sein Fell ist gelblichbraun mit rötlicher Tönung, und auf der Ohrspitze befindet sich ein schwarzer Fleck. Der Schwanz ist oben schwarz und unten weiß.
Hasen leben typischerweise auf Wiesen, Feldern und auch im Wald in Gruppenrevieren. Sie graben keine Röhren, sondern Mulden. Die Tragzeit der Häsin beträgt etwa 40 Tage, wobei pro Jahr vier bis fünf Würfe mit ein bis drei Jungen möglich sind. Ihre Hauptaktivitäten entfalten Hasen in der Dämmerung. Sie fressen am liebsten frühmorgens und am späten Nachmittag, wobei ihre Nahrung aus Kultur- und Wildpflanzen besteht.
