Naturschutz

Phosphor-Recycling im Wald: Freiburger Wissenschaftler koordinieren DFG-Schwerpunktprogramm

Freiburger Wissenschaftler koordinieren ein neues DFG-Schwerpunktprogramm zum Phosphor-Recycling in Waldökosystemen. Das Programm untersucht die Bedeutung von Phosphorressourcen für Bäume und Wälder und die Effizienz des Recyclings.

DFG-Schwerpunktprogramm zur Ökologie der Pflanzenernährung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das Schwerpunktprogramm „Ecosystem Nutrition: Forest Strategies for Limited Phosphorus Resources“ ins Leben gerufen. Dieses Programm widmet sich der ökologischen Dimension der Pflanzenernährung. Die Koordination übernimmt Prof. Dr. Friederike Lang vom Institut für Bodenkunde und Waldernährung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Drei der zwölf Initiatoren des Programms stammen aus der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Universität Freiburg: Neben Prof. Dr. Friederike Lang sind dies Prof. Dr. Jürgen Bauhus vom Waldbau-Institut und Prof. Dr. Heinz Rennenberg vom Institut für Forstbotanik und Baumphysiologie.

Die Rolle von Phosphor im Ökosystem

Die Wissenschaftler des neuen Schwerpunktprogramms untersuchen die Bedeutung von Phosphorressourcen für Bäume und Wälder. Dabei stehen die Prozesse im Fokus, die die Verteilung dieses Nährelements innerhalb des Ökosystems steuern. Phosphor wird von Pflanzen aus dem Boden aufgenommen. Obwohl es nur begrenzt verfügbar ist, wird es im Ökosystem kontinuierlich recycelt: Nach dem Absterben von Pflanzen gelangt das Element zurück in den Boden und steht dort anderen Pflanzen erneut zur Verfügung. Eine zentrale Frage des Programms ist die Effizienz dieses Phosphor-Recyclings in Waldökosystemen.

Wir wollen die Hypothese prüfen, dass Ökosysteme auf phosphorarmen Standorten ein besonders effizientes Recycling entwickelt haben, um dem Phosphormangel zu entgehen.

Prof. Dr. Friederike Lang weist darauf hin, dass Faktoren wie Klimawandel, Stickstoffeinträge und eine intensivierte forstliche Nutzung diese natürlichen Strategien stören könnten. Das Schwerpunktprogramm zeichnet sich durch einen übergreifenden Forschungsansatz aus, der Prozesse auf Genomebene mit denen auf Ökosystemebene verknüpft.

Das Programm wird dazu beitragen, das wachsende Forschungsfeld der Ökosystemernährung zu etablieren und das Wissen, das zur Sicherung der Phosphorversorgung der Wälder nötig ist, bereitzustellen.

Zusätzlich wollen die Wissenschaftler erforschen, welche Strategien zur effizienten Phosphornutzung auf landwirtschaftliche Systeme übertragbar sind, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern.

Förderung und Zeitplan

Die DFG hat in diesem Jahr zehn neue Schwerpunktprogramme eingerichtet. Jedes Programm wird in den kommenden Monaten einzeln ausgeschrieben. Die Förderanträge werden von der DFG hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität und ihres Beitrags zum jeweiligen Oberthema geprüft. Für die erste Förderphase von drei Jahren stehen insgesamt fast 60 Millionen Euro zur Verfügung. Der Start der auf sechs Jahre angelegten Projekte ist für Mai 2013 vorgesehen.

13.05.2012

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