Humusbilanzierung durch Biogas-Gärreste: Neue Erkenntnisse für den Garten- und Landschaftsbau

Naturschutz

Das IASP untersucht, wie Biogas-Gärreste zur Humusreproduktion im Boden beitragen. Die Daten sollen bestehende Humusbilanzmethoden optimieren und der Praxis zugänglich gemacht werden. Dies ist entscheidend für Boden-, Klima- und Gewässerschutz.

Forschung zur Humusreproduktion mit Biogas-Gärresten

Das Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte (IASP) an der Humboldt-Universität zu Berlin untersucht bis 2014, in welchem Umfang Biogas-Gärreste zur Humusreproduktion im Boden beitragen. Die gewonnenen Daten sollen die Optimierung bestehender Humusbilanzmethoden unterstützen und der Praxis zugänglich gemacht werden.

Das Vorhaben wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert. Angesichts steigender Anforderungen an Boden-, Klima- und Gewässerschutz ist eine ausgeglichene Humusbilanz entscheidend für die Erhaltung der Bodenernährungsfähigkeit.

Herausforderungen bei der Humusreproduktion

Bei einem hohen Anteil an Energiepflanzen und deren Ganzpflanzenverwertung ist die Humusreproduktion oft nur durch die Düngung mit organischen Reststoffen möglich. Im Biogasbereich werden hierfür überwiegend Gärrückstände eingesetzt. Das jährliche Aufkommen an Gärresten aus den rund 6.800 deutschen Biogasanlagen wird auf etwa 60 Millionen Tonnen geschätzt. Die tatsächliche Humusreproduktionsleistung verschiedener Gärrestqualitäten ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Derzeit erfolgt die Bilanzierung in der landwirtschaftlichen Praxis mittels vereinfachter Modellrechnungen.

Zur Verbesserung dieser Modelle sind systematische pflanzenbauliche Untersuchungen erforderlich. Das IASP-Projekt soll hierzu beitragen. Die Humusreproduktion wird mittels Bebrütungsversuchen im Labor, Abbauversuchen im Gewächshaus und Freilandversuchen präzise erfasst. Der Fokus liegt dabei auf Gärprodukten aus NaWaRo-Anlagen sowie dem Einfluss unterschiedlicher Gärrestqualitäten, die sich aus verschiedenen Ausgangssubstraten ergeben.

Entwicklung eines Berechnungsmodells und Anwendungsempfehlungen

Parallel dazu werden in anderen vom BMELV geförderten Projekten die Auswirkungen unterschiedlicher Standort- und Bodenqualitäten untersucht. Ziel des IASP-Projekts ist die Entwicklung eines Berechnungsmodells auf Basis der erhobenen Daten. Dieses Modell soll die Humuswirkung, den Kohlenstoff-Umsatz und die Stabilität der mit Gärresten ausgebrachten organischen Substanz erfassen. Es kann bestehende Humusbilanzmethoden wie VDLUFA oder REPRO ergänzen. Zusätzlich planen die Wissenschaftler, Anwendungsempfehlungen zur Gärrestdüngung für die Praxis zu veröffentlichen.

Weitere Informationen zum Projekt sind online unter dem Förderkennzeichen 22013010 verfügbar.

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