Warum eine europäische Bodenschutzrichtlinie unerlässlich ist
Die Aktionsplattform Bodenschutz, ein Zusammenschluss der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG), des Bundesverbandes Boden e.V. (BVB) und des Ingenieurtechnischen Verbandes für Altlastenmanagement und Flächenrecycling e.V. (ITVA), unterstützt die Forderung nach einer europäischen Bodenschutzrichtlinie. Diese Position wurde im Rahmen einer Veranstaltung des Deutschen Naturschutzringes (DNR) und des Europäischen Umweltbüros (EEB) in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt in Berlin bekräftigt.
Die Veranstaltung dient als Diskussionsplattform für Politiker, Verbände, Wissenschaftler und Freiberufler. Während Deutschland über ein eigenes Bodenschutzgesetz verfügt, lehnt es eine europäische Gesetzesregelung ab. Eine solche Richtlinie könnte jedoch den Schutz von Böden und Grundwasser auch in anderen EU-Ländern verbessern. Dabei wird oft übersehen, dass Umweltprobleme wie Schadstoffeinträge in den Boden oder Erosion keine nationalen Grenzen respektieren.
Ein gemeinsames Vorgehen auf europäischer Ebene ist erforderlich, um Herausforderungen wie Kontaminationen, irreversible Bodenverdichtung, zunehmenden Flächenverbrauch sowie den Verlust von Humus und Bodenbiodiversität zu begegnen. Ziel ist der Erhalt fruchtbaren Bodens im Rahmen einer nachhaltigen Landnutzung, ähnlich wie bei der Anpassung an den Klimawandel.
Der Bodenschutz bietet zudem ökonomisch vielversprechende Perspektiven. Eine EU-weite Bodenrahmenrichtlinie würde die Sanierung zahlreicher Altlastenstandorte in benachbarten Ländern erleichtern und somit neue Arbeitsplätze im Bodenschutzsektor schaffen. Diese Aspekte werden nach Ansicht der Aktionsplattform Bodenschutz in der aktuellen Position der Bundesregierung nicht ausreichend berücksichtigt.