Naturschutz

Bienenhotels aus Beton: Eine Symbiose aus Design und Nachhaltigkeit

Die Krefelder Betonmanufaktur Grellroth hat Bienenhotels entwickelt, die auf der Farb- und Formenlehre des Bauhaus-Künstlers Wassily Kandinsky basieren. Diese Nisthilfen sind als roter Würfel, gelbe Pyramide und blauer Zylinder erhältlich und nutzen witterungsbeständige Pigmente von LANXESS für dauerhafte Farben.

Künstlerische Inspiration und Materialwahl

Die Krefelder Betonmanufaktur Grellroth hat Bienenhotels entwickelt, die auf der Farb- und Formenlehre des Bauhaus-Künstlers Wassily Kandinsky basieren. Die Nisthilfen sind als roter Würfel, gelbe Pyramide und blauer Zylinder erhältlich. Ihre Kantenlängen betragen jeweils etwa sieben Zentimeter.

Für die dauerhafte Farbgebung werden witterungsbeständige anorganische Pigmente von LANXESS verwendet. Dazu zählen das rote Pigment Bayferrox 130, das gelbe Eisenoxid-Pigment Bayferrox 920 und das schwarze Pigment Bayferrox 360. Neben den drei Farben Rot, Blau und Gelb sind die unter dem Namen „beehaus“ vertriebenen Nisthilfen auch in einem hellen Betongrau verfügbar.

Die Röhrchen der roten Hotels sind immer als erste gefüllt.

Dies berichtet Diana Schmidt-Rothmeier, Geschäftsinhaberin von Grellroth.

Nachhaltige Fertigung und Materialexpertise

Grellroth konzipiert, gestaltet und fertigt Möbel sowie Objekte aus Beton als Einzelstücke oder in Kleinserien. Für das beehaus-Sortiment setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Bruchstücke und Reste aus der Produktion größerer Bauteile werden mit hochwertigem Weißzement, leicht dispergierbaren Pigmenten und Betonadditiven vermengt. Diese Mischung wird in eigens erstellten Formen zu langlebigen Bienenhäusern vergossen, wobei die Fertigung in Handarbeit erfolgt.

Die Entwicklung und Anfertigung der Polyurethan-Gießformen dafür waren schon eine Herausforderung, denn die erforderlichen Entformungsschrägen in den schmalen Röhrchen bedürfen eines gewissen Know-how.

Schmidt-Rothmeier, die Materialkenntnisse aus ihrer früheren Tätigkeit in der Automobilindustrie einbringt, erklärt, dass Grellroth für die guten Fließeigenschaften des selbstverdichtenden Betons eine hauseigene Rezeptur mit einer fein abgestimmten Mischung aus Additiven verwendet.

Der Beton fließt wie Honig hinein und kommt nahezu porenfrei wieder heraus. Damit lassen sich auch schwierige Geometrien realisieren und ein Rütteln der Formen zur Entlüftung erübrigt sich.

Oliver Fleschentraeger, Market Segment Manager Construction im Geschäftsbereich Inorganic Pigments bei LANXESS, betont die Bedeutung komplexer Formulierungen für moderne Betontechnologien.

Moderne Betontechnologien wie selbstverdichtende Betone basieren auf komplexen Formulierungen, deren Bestandteile perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen, um die jeweiligen Anforderungen zu erfüllen. Dies gilt es auch beim Einsatz von Eisenoxidpigmenten zu beachten, ob für kleine oder große Bauwerke.

Die gut dispergierbaren Eisenoxidpigmente von LANXESS verleihen dem Beton einen einheitlichen und dauerhaften Farbton. Die Produkte sind lichtecht und wetterfest durchgefärbt, nicht nur oberflächlich koloriert.

Lebensraum für Wildbienen

Im Gegensatz zu Honigbienen, die in großen Kolonien leben, sind Wildbienen überwiegend Einzelgänger. Die über 550 in Mitteleuropa vorkommenden Wildbienenarten stellen unterschiedliche Anforderungen an ihre Nistplätze. Das beehaus bietet bedrohten Wildbienenarten Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Die Löcher der Bienenhotels weisen verschiedene Durchmesser auf, um unterschiedliche Wildbienenarten anzulocken. Die Bienen legen ihre Brutzellen in den engen und glatten Röhren an und versorgen das Gelege mit Nektar und Pollen. Anschließend verschließen sie die Röhre mit Lehm. Im Frühjahr öffnen die geschlüpften Larven die Röhre und fliegen aus. Danach lassen sich die Bienenhotels mit einer dünnen Bürste reinigen.

Robuste und pflegeleichte Bauweise

Insektenhotels werden häufig aus Holz oder Pflanzenstängeln gefertigt. Organische Nistkästen wie Bambusröhren können jedoch splittrige Teile enthalten, die die empfindlichen Flügel der Bienen verletzen können. Beton bietet hier den Vorteil glatter Wände.

Beton ist ein robustes Material, das keine spezielle Pflege benötigt. Da der Werkstoff nicht durch Pilzbefall vermodert, wie es bei manchen hölzernen Nistkästen der Fall sein kann, weisen die beehäuser eine lange Lebensdauer auf. Die anorganischen Pigmente sind witterungsbeständig und tragen zum langfristigen Farberhalt bei. Die Beton-Nisthilfen sind wartungsfrei und unterstützen die Erhaltung und Vermehrung wichtiger Bestäuber.

Die Beobachtung der Wildbienen kann das Bewusstsein für Natur und Tiere fördern. Da Wildbienen weder eine Königin noch Honig zu schützen haben, sind sie nicht aggressiv und stechen nicht. Für die optimale Funktion ist es wichtig, Insektenhotels mit der Öffnung nach Süden auszurichten und sie an einem sonnigen, wind- und regengeschützten Ort aufzuhängen. Eine bienenfreundliche Bepflanzung in der Umgebung kann zusätzlich zur Versorgung der Insekten beitragen.

Regionale und nachhaltige Pigmentproduktion

Die zur Einfärbung verwendeten Pigmente von LANXESS werden nachhaltig produziert und stammen aus der direkten Nachbarschaft der Betonmanufaktur Grellroth. Das weltweit größte Produktionswerk für anorganische Farbpigmente befindet sich nur zehn Kilometer entfernt in Krefeld-Uerdingen.

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS stellt an diesem Standort seit über 90 Jahren Eisenoxid- und Chromoxidpigmente für verschiedene Anwendungen her, darunter die Einfärbung von Beton, Lacken, Farben, Papier und Kunststoff. Die Bayferrox-Eisenoxidpigmente unterstützen zudem die Anforderungen an nachhaltiges Bauen und beeinflussen die Klassifizierung ressourcenschonend hergestellter Baustoffe durch Bewertungssysteme wie LEED oder DGNB positiv.

LANXESS ist der einzige Pigmentproduzent weltweit, der gemäß SCS zertifiziert ist. SCS Global Services Scientific Certification Systems, Inc., ein Unternehmen für unabhängige Zertifizierungen, hat den hohen Anteil an wiederverwerteten Rohstoffen im Herstellungsprozess von Eisenoxidpigmenten bei LANXESS bestätigt. Am Standort Krefeld-Uerdingen nutzt der Geschäftsbereich die gesamte Wertschöpfungskette der Eisenoxidproduktion, von der Synthese bis zur Verpackung.

26.06.2020

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