Erfolgreiche Integration im Garten- und Landschaftsbau
Die Firma Jeutter Garten- und Landschaftsbau, ein Traditionsunternehmen mit 80-jähriger Geschichte, konzentriert sich auf Privatgärten im Großraum Göppingen. Aktuell beschäftigt der Betrieb sieben Auszubildende, darunter Hamed Azimi und Aman Moradi aus Afghanistan. Angesichts der zunehmenden Schwierigkeiten, Bewerber für offene Ausbildungsplätze im Garten- und Landschaftsbau in Baden-Württemberg zu finden, suchte Johannes M. Jeutter, Geschäftsführer des Unternehmens, die Zusammenarbeit mit dem Willkommenslotsen des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V., Andreas Haupert.
Zusammenarbeit mit dem Willkommenslotsen
Der erste Kontakt zu Geflüchteten entstand über die Agentur für Arbeit, die Praktikumsplätze anfragte. Das Unternehmen zeigte sich offen für Praktika und die Unterstützung Geflüchteter. Dabei wurden positive Erfahrungen hinsichtlich Pünktlichkeit, Arbeitseifer und Durchhaltevermögen bei körperlicher Arbeit gemacht. Herausforderungen ergaben sich jedoch im administrativen Bereich.
Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. hat als einer der ersten Verbände in Deutschland einen Willkommenslotsen eingestellt. Andreas Haupert erwies sich dabei als kompetent, erfahren im Umgang mit Behörden und stets ansprechbar. Er unterstützte das Unternehmen bei Fragen und Problemen, bot Hilfestellungen bei Behördengängen und Gesprächen mit Geflüchteten sowie bei rechtlichen Fragestellungen.
Empfehlung für andere Betriebe
Die Nutzung der Unterstützung durch Willkommenslotsen wird anderen Betrieben empfohlen, um Zeit zu sparen und auf die Erfahrung eines Partners zurückzugreifen. Die Lotsen bieten Hilfe bei Schwierigkeiten und können als Sprachrohr und Lobbyist für die Ziele der Betriebe auf dem Arbeitsmarkt fungieren. Die Inanspruchnahme der Beratung, Kompetenz und Vernetzung der Lotsen wird als vorteilhaft erachtet.
Aufgaben der Willkommenslotsen
Seit Frühjahr 2016 unterstützen rund 170 Willkommenslotsen Unternehmen bei der Besetzung offener Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit Geflüchteten. Sie sind an über 110 Kammern und weiteren Wirtschaftsorganisationen angesiedelt und bieten Unterstützung bei allen Fragen der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Fluchthintergrund. Die Finanzierung erfolgt größtenteils (70 %) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Unterstützungsleistungen für Betriebe
Betriebe erhalten folgende Unterstützung:
- Vorauswahl passender Kandidaten aus dem Kreis der Geflüchteten
- Unterstützung bei der Besetzung offener Stellen
- Beratung zu Aufenthaltsstatus und rechtlichen Rahmenbedingungen der Arbeitsmarktintegration
- Hilfe bei der Überwindung bürokratischer Hürden und der Kommunikation mit Behörden
- Beratung zu regionalen und nationalen Förder- und Unterstützungsinstrumenten
- Vermittlung von Kontakten zu relevanten regionalen Institutionen, Organisationen und Projekten zur Unterstützung des Spracherwerbs und während der Ausbildung
- Unterstützung bei der Sicherung der Nachhaltigkeit der Integration in Ausbildung und Arbeit, beispielsweise beim Aufbau einer Willkommenskultur im Betrieb
