Fortschritte und Herausforderungen im Insektenschutz
Vertreter aus Verbänden, Ländern, Kommunen und Wissenschaft haben sich in Berlin auf Einladung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze zum dritten Runden Tisch Insektenschutz getroffen. Im Mittelpunkt stand der Austausch über den Umsetzungsstand des Aktionsprogramms Insektenschutz (API) der Bundesregierung.
Das Programm umfasst zahlreiche Maßnahmen und Projekte, die den Insektenschutz nicht nur in der Landwirtschaft und auf Agrarflächen, sondern auch in städtischen und grünen Bereichen fördern. An dem virtuellen Treffen nahmen neben Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Forschungs-Staatssekretär Christian Luft auch hochrangige Vertreter von Umwelt-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden teil.
Auch wenn die Pandemie derzeit unser Leben bestimmt – der Insektenschutz bleibt eine unserer wichtigsten und drängendsten Aufgaben. Denn der Zustand der Insekten wird unser künftiges Leben bestimmen: Eine Welt ohne Insekten hätte drastische ökologische und ökonomische Folgen. Wir haben bereits viel erreicht – allerdings liegt auch noch viel Arbeit vor uns, um das Insektensterben zu stoppen. Deshalb muss das Aktionsprogramm weiterhin konsequent umgesetzt werden. Um wirksame Maßnahmen für den Insektenschutz voranzubringen, bleiben wir im Dialog mit allen wichtigen Akteuren.
Das Aktionsprogramm Insektenschutz wurde im September 2019 von der Bundesregierung beschlossen. Zu den Kernbestandteilen zählen das Insektenschutzgesetz, das Aspekte wie Lichtverschmutzung und Biotopschutz reguliert, sowie Änderungen im Pflanzenschutzmittelrecht zur Einschränkung des Einsatzes umweltschädlicher Pestizide wie Glyphosat. Beide Gesetzesvorhaben wurden im Februar vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht.
Weitere Themen des Runden Tisches waren drei Modellprojekte zur Verbesserung des Insektenschutzes in der Agrarlandschaft, an Gewässern und im Siedlungsbereich. Diese Projekte wurden stellvertretend für eine Vielzahl bereits gestarteter konkreter Insektenschutz-Vorhaben vorgestellt.
Finanzierung und Projekte
Ein zentrales Ziel des API ist die gezielte Verbesserung der Finanzierung von Insektenschutz-Maßnahmen. Auf nationaler Ebene wurde hierfür ein Sonderrahmenplan zum Insektenschutz in der "Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur Küstenschutz" (GAK) eingeführt. Dieser ist derzeit mit 85 Millionen Euro Bundesmitteln jährlich ausgestattet.
Zusammen mit den Landesmitteln stehen damit jährlich über 100 Millionen Euro für den Insektenschutz zur Verfügung. Zusätzlich werden über das "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" in den nächsten sechs bis acht Jahren etwa 60 Millionen Euro in den Insektenschutz fließen. Diese Mittel ermöglichen die Förderung und teilweise bereits die Umsetzung verschiedenster Projekte zum Schutz von Insekten.
Seit Anfang des vergangenen Jahres hat das Bundesamt für Naturschutz im "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" 24 Insektenschutz-Vorhaben mit 56 Teilvorhaben aus Mitteln des Bundesumweltministeriums bewilligt. Zahlreiche weitere Insektenschutzprojekte stehen in den Startlöchern.
Verbände, Hochschulen und weitere Akteure wurden aufgerufen, ihre Ideen zum Schutz von Insekten einzureichen. Die eingereichten Konzepte reichen von digitalen Bildungsangeboten über Artenschutzprojekte und Citizen-Science-Ansätze bis hin zu landwirtschaftlichen Projekten.