Naturschutz

„Stunde der Wintervögel“: Bürger zählen Vögel für die Wissenschaft

07.01.2020

Die NABU-Aktion Stunde der Wintervögel lädt Bürger ein, eine Stunde lang Vögel in Garten, Park oder am Balkon zu zählen. Die Beobachtungen liefern wichtige Daten über den Zustand der heimischen Vogelwelt und unterstützen Forschung und Artenschutz.

Mitmachaktion des NABU liefert wichtige Daten zur heimischen Vogelwelt

Am kommenden Wochenende startet die zehnte Ausgabe der bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“. Der NABU ruft dabei Naturinteressierte dazu auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, im Park oder am Balkon zu beobachten und ihre Ergebnisse zu melden. Die Aktion gilt als Deutschlands größte wissenschaftliche Bürgerbeteiligung zur Vogelbeobachtung.

Die gesammelten Daten liefern wichtige Hinweise auf den Zustand der heimischen Vogelwelt. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse für Forschung und Naturschutz.

„Die dabei gesammelten Daten sind für Vogelschützer äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt geben“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Je mehr Menschen uns ihre Beobachtungen melden, desto genauer werden die Schlussfolgerungen.“

Besonderes Augenmerk auf Eichelhäher

Mit besonderer Spannung erwarten die Naturschützer in diesem Jahr Beobachtungen von Eichelhähern. Im Herbst wurde ein ungewöhnlich starker Einflug dieser Art aus Nord- und Osteuropa registriert. Daher könnten Eichelhäher derzeit häufiger in Deutschland zu beobachten sein.

Insgesamt rechnen Experten jedoch mit eher niedrigen Vogelzahlen in den Gärten. Der Grund ist die bislang sehr milde Winterwitterung. Ohne Schnee und Eis finden viele Vögel weiterhin ausreichend Nahrung in Wäldern und offenen Landschaften oder bleiben in ihren nördlichen Brutgebieten.

Einige Arten könnten dennoch häufiger auftreten. Dazu zählen beispielsweise Stare und Ringeltauben, die zunehmend in Deutschland überwintern. Besonders aufmerksam verfolgen Fachleute zudem die Entwicklung der Amselbestände, die in den vergangenen Jahren durch das Usutu-Virus stark betroffen waren.

So funktioniert die Vogelzählung

Die Teilnahme an der Aktion ist unkompliziert: Beobachter wählen einen ruhigen Standort im Garten, auf dem Balkon oder im Park und notieren eine Stunde lang alle Vögel, die sie sehen. Dabei wird von jeder Art die höchste Anzahl gezählt, die gleichzeitig beobachtet wird.

Die Ergebnisse können anschließend bis zum 20. Januar online an den NABU gemeldet werden. Zusätzlich steht am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr eine kostenlose Telefonhotline zur Verfügung.

  • Beobachtungszeit: eine Stunde
  • Ort: Garten, Balkon, Park oder Futterstelle
  • Gezählt wird die höchste gleichzeitig beobachtete Anzahl pro Art
  • Meldung online oder telefonisch

Große Beteiligung bei der letzten Zählung

Bei der Wintervogelerfassung im Januar 2019 beteiligten sich mehr als 138.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus rund 95.000 Gärten und Parks ein.

Am häufigsten wurde dabei der Haussperling beobachtet. Auf den weiteren Plätzen folgten Kohlmeise und Feldsperling.

Aktion auch für Schulen und Kindergruppen

Begleitend zur Vogelzählung findet vom 6. bis 10. Januar die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. Die NAJU, die Jugendorganisation des NABU, stellt dafür Zählkarten, Poster und ein Wintervogel-Quiz für Schulklassen und Kindergruppen bereit.

In verschiedenen Aktionen lernen Kinder heimische Vogelarten kennen und erfahren mehr über deren Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit. Auch die von Kindern gesammelten Daten fließen in die wissenschaftliche Auswertung der Aktion ein.

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