Was sind wurzelnackte Rosen?
Als wurzelnackt werden Rosen bezeichnet, die im Spätherbst bis zum Austrieb im Frühjahr ohne Laub, Erde und Topfballen angeboten werden. In dieser Ruhephase, die auch für andere Laubgehölze gilt, werden die Pflanzen nach dem Laubfall in der Baumschule gerodet. Die Triebe und Wurzeln sind eingekürzt, was den Transport erleichtert und kostengünstiger macht. Dabei bleibt die Hauptwurzel in einer Länge von etwa 30 cm erhalten, während nur wenige Fein- oder Nebenwurzeln verbleiben.
Obwohl die freiliegenden Wurzeln robust wirken, sind sie empfindlich. Christine Scherer, Rosenexpertin der Bayerischen Gartenakademie, empfiehlt, die Wurzeln bis zur Pflanzung in feuchte Jutesäcke einzuschlagen oder die Rosen bis über die Veredlungsstelle in einen Eimer mit Wasser zu stellen. Vor dem Einpflanzen ist es ratsam, die wurzelnackten Gehölze mindestens eine Stunde zu wässern. Ein längeres Verweilen im Wasser als einen Tag sollte vermieden werden, da dies zum Absterben der Wurzeln führen kann. Eine zügige Pflanzung nach dem Erwerb ist entscheidend für die Qualität der Rose.
Qualitätsmerkmale erkennen
Während die Qualität einer Containerrose im Sommer leicht erkennbar ist, erfordert die Beurteilung wurzelnackter Ware genauere Betrachtung. Rosen der Güteklasse A weisen mindestens drei kräftige Triebe und ein gut verzweigtes Wurzelwerk auf. Pflanzen mit angetrockneten Trieben oder stark geschädigten Wurzeln sollten nicht ausgewählt werden. Auch in der winterlichen Ruhephase sollte die Rinde der wurzelnackten Rosen eine vitalgrüne Farbe besitzen.
Winterschutz für frisch gepflanzte Rosen
Frisch gepflanzte Rosen benötigen im Herbst und Frühjahr besonderen Schutz. Um ein Austrocknen der Rosentriebe zu verhindern, empfiehlt es sich, die Rosen nach der Pflanzung etwa 15 cm hoch mit Erde anzuhäufeln. Dies schützt vor Frost und der austrocknenden Wintersonne. Nach Wintern mit viel Schnee kam es in der Vergangenheit zu Verlusten durch Mäusefraß, da Mäuse unter der Schneedecke an der Rinde der Rosen nagten. An Standorten mit Mäuseproblemen können Wühlmauskörbe eine Schutzmaßnahme darstellen, bieten jedoch keinen hundertprozentigen Schutz.
Das Anhäufeln der Rosen ist in den meisten Fällen nach den ersten beiden Wintern nicht mehr notwendig, vorausgesetzt, die Veredlungsstelle befindet sich mindestens 5 cm unter der Erdoberfläche. Fichtenreisig kann dann ausreichend Schutz vor starker Spätwintersonne und kalten Winden bieten. Ein Mehraufwand beim Winterschutz ist lediglich bei Edelrosen und einigen Kletterrosensorten sinnvoll. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie beobachten, dass Edelrosen, die mit Rindenmulch und Reisigzweigen geschützt werden, sicherer und gesünder überwintern.