Naturschutz

Insektensterben in Deutschland: Jede dritte Art gefährdet

Eine NABU-Analyse zeigt, dass 33 Prozent der auf der Roten Liste erfassten Insektenarten in Deutschland gefährdet oder ausgestorben sind. Dies betrifft Schmetterlinge, Wildbienen und weitere Gruppen. Das tatsächliche Ausmaß ist aufgrund fehlender Daten schwer zu beziffern, da 80 Prozent der Insektenarten nicht gelistet sind. Ein Aktionsprogramm und Monitoring sind dringend nötig.

Alarmierende Zahlen zum Insektenrückgang in Deutschland

Eine aktuelle Analyse des NABU zeigt ein alarmierendes Bild der Insektenpopulationen in Deutschland. Demnach sind 33 Prozent der auf der bundesweiten Roten Liste erfassten Insektenarten – insgesamt 7367 Arten – entweder als gefährdet oder bereits ausgestorben eingestuft. Betroffen sind dabei diverse Gruppen wie Schmetterlinge, Wildbienen, Schwebfliegen, Laufkäfer und Heuschrecken.

Das tatsächliche Ausmaß des Insektenrückgangs ist jedoch nur schwer zu beziffern, da es an umfassenden Daten mangelt. Neun Prozent der gelisteten Arten konnten aufgrund unzureichender Informationen noch nicht bewertet werden. Noch gravierender ist die Tatsache, dass von den geschätzten 33.000 in Deutschland vorkommenden Insektenarten nahezu 80 Prozent überhaupt nicht auf der Roten Liste geführt werden. Für diesen Großteil der Insekten existieren somit keinerlei Daten.

Angesichts dieser Situation ist eine zügige Umsetzung des im Koalitionsvertrag verankerten „Aktionsprogramms Insektenschutz“ durch die Bundesregierung erforderlich. Ergänzend dazu sollte ein dauerhaftes und bundesweites Monitoring-Programm etabliert werden. Dieses Programm soll dazu dienen, das Wissen über den Zustand der Insektenpopulationen zu erweitern und die genauen Ursachen ihres Rückgangs zu erforschen.

Interessierte können sich zudem an der öffentlichen Konsultation zur EU-Bestäuber-Initiative beteiligen. Der NABU bietet hierfür eine Ausfüllhilfe an.

07.03.2018

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