Aquaponic: Eine innovative Lösung für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion
Die K+S Aktiengesellschaft hat am Hauptsitz in Kassel einen neuen Forschungscontainer für Aquaponic präsentiert. Bei der Vorstellung erläuterten der Vorstandsvorsitzende von K+S, Dr. Burkhard Lohr, und die Geschäftsführerin der K+S KALI GmbH, Alexa Hergenröther, das Aquaponic-Verfahren und die Bedeutung von Forschung und Innovation für das Unternehmen.
Im Rahmen der Strategieentwicklung „Shaping 2030“ hat sich K+S mit Megatrends befasst. Dazu gehört das Wachstum der Weltbevölkerung bei gleichzeitiger Abnahme der verfügbaren Ackerfläche. Dr. Burkhard Lohr betonte, dass sich das Unternehmen als Düngemittelanbieter mit den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf das eigene Geschäft auseinandersetzen müsse, um neue Denkansätze zu entwickeln. Prognosen zufolge wird die Weltbevölkerung von derzeit rund 7,6 Milliarden auf voraussichtlich 9,8 Milliarden Menschen im Jahr 2050 ansteigen. Das Wachstum der Städte führt zudem zu einer Reduzierung der landwirtschaftlich nutzbaren Ackerflächen. Um die Nahrungsmittelproduktion dennoch sicherzustellen, gewinnen die Pflanzenernährung und neue Anbaumethoden an Bedeutung.
Neue Konzepte für den Anbau von Nahrungsmitteln
Unter dem Begriff „Urban Farming“ werden Konzepte zusammengefasst, die sich mit dem Pflanzenanbau im städtischen Raum beschäftigen. Aquaponic ist eine dieser Methoden und beschreibt das Zusammenspiel von Fischzucht in Aquakulturen und dem Anbau von Nutzpflanzen, wie Gemüse und Kräutern, in Hydrokulturen. In diesem System nutzen sich Fische und Pflanzen gegenseitig: Die Ausscheidungen der Fische werden durch Bakterien aufbereitet und dienen den Pflanzen als Dünger. Im Gegenzug reinigen die Pflanzen das Wasser für die Fische.
Dieses System zeichnet sich durch einen geringeren Wasserverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Anbaumethoden aus, und die Pflanzen reifen schneller. Alexa Hergenröther erläuterte die Motivation, sich intensiver mit Aquaponic zu beschäftigen:
Schon heute haben wir sehr gute Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Flüssigdüngung. Ein Blick über den Tellerrand ist wesentlich, um auch zukünftig erfolgreich zu sein.
Der Forschungscontainer befindet sich auf dem K+S-Gelände an der Bertha-von-Suttner-Straße 7. Interessierte können die Versuchsanlage von außen betrachten. Der verglaste Container ermöglicht Einblicke in die Pflanzetagen, und ein Monitor beschreibt das Verfahren. Dr. Lohr erklärte die Wahl des Standortes:
Wir wollen damit auch den Dialog mit den Kasseler Bürgern nicht abreißen lassen. Wir wollen einen Beitrag zur Diskussion über das wichtige Thema Ernährung leisten.
Er hob hervor, dass K+S seit über 125 Jahren Landwirte bei der Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln unterstützt. In Kassel wurde zudem ein eigenes InnovationLab eingerichtet, das abseits etablierter Forschungswege agiert und Kooperationen mit Start-ups fördern soll.
